Rezensionen

Jim Noir – Jim Noir

“Here am I sitting in a tin can
Far above the world
Planet earth is blue
And there’s nothing I can do.”

Keine Beschreibung des Albumcovers, diese Zeilen sang David Bowie 1969 in seinem unvergessenen Song „Space Oddity“, in dem er auch den imaginären Astronauten „Major Tom“ erfand, der seitdem als Synonym für Reisen ins All immer wieder in Songs verwendet wird.

13 Jahre nach dem Release von „Space Oddity“ wurde der Brite Alan Roberts geboren, besser bekannt als Jim Noir, der nun mit dem selbst betitelten „Jim Noir“ sein zweites Album vorlegt. Ein Album komplett aus der Perspektive eines Astronauten. „Major Tom“ also in der Hauptrolle, obwohl der ja inzwischen – schenkt man der Einführung des „At The Drive In“ Songs „Cosmonaut“ glauben  – nach 33 Tagen im All einsam und ausgezehrt verstorben ist. Mit seinem Debütalbum „Tower of Love“ hatte sich Jim Noir 2006 bereits weltweit einen Namen gemacht. Sein 60s Sound war so einprägsam, dass ihn viele TV- und Werbefilmmacher entdeckten, was seinen Song „Eany Meany“ zu so etwas wie seinem ersten Hit machte. Was Jim Noir nun dazu geführt hat, ausgerechnet ein Konzeptalbum aus der Perspektive eines Astronauten aufzunehmen ist leider nicht bekannt. Als Freund der 60s unterstellen wir ihm einfach eine große Liebe zu David Bowie. Diese ausgeprägte Liebe zu den 60s hört man auf „Jim Noir“, ebenso wie auf „Tower of Love“ wieder durch. Allerdings hier versteckt unter vielen verschrobenen Soundspielereien. So hätte es vermutlich geklungen, wenn die Beatles mit Elektrosounds rumgefrickelt hätten. Das ist leider auf Albumlänge dann teilweise doch zu verkopft und verschroben, teilweise schleicht das Album, Soundschicht wird über Soundschicht gelegt, da noch ein wenig von den Synthies eingespielt und alles verschwimmt zu einem Brei, über dem mit reichlich Hall verzertt Jim’s Stimme schwebt. Man fragt sich, wo die Leichtigkeit von „Tower of Love“ abgeblieben ist. Mit „All Right“ ist dennoch ein Song mit Hitpotential dabei und wir freuen uns, dass Major Tom doch noch lebt, selbst wenn es nur im Geiste des Albumkonzepts von Jim Noir ist. Namentlich wird er von Jim Noir hier nämlich nicht erwähnt, wäre wohl auch zu offensichtlich gewesen.

Video zu „All Right“

httpv://www.youtube.com/watch?v=r6dApsMJO_I

Myspace von Jim Noir
Labelseite – Rough Trade

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