Rezensionen

Jeremy Warmsley – How We Became

jwhwbTreffender hätte Jeremy Warmsley sein zweites Album „How We Became“ wohl nicht benennen können, schäumt seine Musik doch quasi über vor Referenzen darauf, wie die heutige Popmusik das geworden ist, was sie heute ist. In jedem Stück hört man, wie auch schon auf seinem 2006er Debüt „The Art Of Fiction“ seine Wegbereiter, wie David Bowie und Brian Eno, um nur zwei zu nennen. Diese Einflüsse verband er schon 2006 mit einer solchen Fülle unbändiger Ideen und Spielereien, dass er schon als die englische Antwort auf Rufus Wainwright gehandelt wurde und Künstler, wie Daniel Johnston, Iron & Wine, Beirut und The Shins ihn unbedingt für Kollaborationen haben wollten.

Für „How We Became“ hat er nun auch erstmals mit einem Co-Produzenten gearbeitet, statt alles selbst zu machen. Diese Rolle übernahm Markus Dravs, der auch schon mit The Arcade Fire, Björk, Brian Eno und Coldplay zusammen gearbeitet hat. Eine Zusammenarbeit, die Warmsley sehr gut tat, die überschäumenden Ideen, die „The Art Of Fiction“ teilweise schwer zugänglich machten, oder in einigen Songs ins Nichts führten, sind nun gebündelt und gut durch strukturiert. „I wanted it to be an album that you’d get on first listen“ erklärt Warmsley zur Arbeit an „How We Became“. Das ist ihm gelungen, schon der Opener „Lose My Cool“ ist ein fröhliches Liebeslied mit überraschenden Tempowechseln und einem mehr als eingängigen Refrain. In „Sins (I Try)“ schickt er David Bowie auf die Musical-Bühne, begleitet von einem sanften Piano und einem rhythmisch marschierenden Background-Chor. Am markantesten bei allen Songs ist Warmsleys leicht quäkender und sehr akzentuierter Gesang, der ihm auch die meisten Vergleiche mit Wainwright beschert hat. Mit dem Unterschied, dass Warmsley sich nicht so stark dem Pathos hingibt und Wainwright eine Ballade wie „I Keep The City Burning“ nicht so dramatisch und zugleich mitreißend intonieren könnte. Neben Eugene McGuinness dürfte Warmsley mit seinem 14 Songs umspannenden „How We Became“ eines der stärksten britischen Singer-Songwriter Alben des Jahres abgeliefert haben. Ganz besonderer Hörtipp auch noch der Bonus-Track „Temptation“, ein mehr als gelungenes und mitreißendes New Order Cover.

Video zu „Lose My Cool“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=ojfbAvu8CuM

Jeremy Warmsley bei Myspace
Homepage des Labels Rough Trade
Gelungene Album-Review bei The Lipster UK

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