Rezensionen

Jamie N Commons – The Baron (EP)

Es gibt so Typen, die hört man und man verleiht ihnen gleich das Etikett „coole Sau“. Mit seiner tiefen, rauen Stimme, mit der er an Nick Cave und Tom Waits erinnert und seiner Mischung aus Rock’n’Roll, Blues und Gospel ruft auch der Amerikaner Jamie N Commons genau diese Assoziation hervor. Pressefotos, in denen er in wallendem, dunklen Mantel und mit tief ins Gesicht gezogenem Hut posiert, wie es sonst nur ein Udo Lindenberg tut, tragen nicht unbedingt zu einem anderen Bild bei. Zur Person selbst. Jamie N Commons wurde in England geboren, wuchs in Chicago auf, ließ sich nun aber wieder ein England nieder. Dort nahm er gemeinsam mit Produzent Eliot James seine Debüt-EP „The Baron“ auf. James machte sich auch bereits einen Namen mit Produktionen für Two Door Cinema Club und Noah And The Whale.

Gute Hände, in die sich der 22jährige Wahl-Londoner hier begeben hat. Mit diesen hat es Jamie N Commons überhaupt erst geschafft, die in seinem Kopf rumschwirrenden Songs und Melodien zu sammeln und in einer EP zu vereinen, die wohl am ehesten als der Versuch verstanden werden kann, einmal alle Facetten seines Repertoires auszuspielen. Quasi als Generalprobe für ein Album. Die meisten Vorschusslorbeeren auf dieses dürfte er mit dem Opener „The Preacher“ ernten. Ein staubtrockener Blues-Rocker, mit einem Refrain, in dem sich Commons richtig herrlich reinhängt und nicht mit großen Gesten geizt. Auch „Nina“ ist eine gekonnte Mischung aus Blues und Gospel, mit der er ein wenig an Joe Cocker erinnert. Etwas ruhiger als der Opener aber dennoch absolute eingängig. Die restlichen drei Stücke zeigen dann die bereits erwähnte Freude am ausprobieren verschiedener Genres. Das zeigt zwar noch keinen 100%ig ausgereiften Musiker. Aber eine coole Sau mit einem großen Repertoire, von der man im nächsten Jahr wohl eindeutig noch hören wird.


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