Rezensionen

James Yuill – Movement In A Storm

In unser Herz spielte sich der Londoner James Yuill besonders über seine druckvollen Live-Performances. Da steht eine einzelne, hagere Gestalt mit seiner Gitarre hinter einer Reihe Effektgeräte und jagt elektronische Beats gepaart mit Gitarrenzupfern und seiner sanften Stimme durch die Boxen und erschafft auf diese Art famose Songs mit Wohlfühlfaktor. Mit seinem offiziellen Debüt-Album „Turning Down Water For Air“ („The Vanilla Disc“ von 2005 war selbst veröffentlicht und zählt deshalb für ihn persönlich nicht) vermochte James Yuill allerdings nicht derart zu überzeugen. Der gesamte Druck, der ihn live auszeichnet, fehlt fast gänzlich und die Stücke pluckern teilweise lethargisch vor sich hin.

Was nicht heißen soll, dass mit unter anderem „Over the Hills“ und „This Sweet Love“ ein paar Hits dabei waren. Letzterer fand sogar eine regelmäßige Platzierung bei GZSZ. Mit „Movement In A Storm“ präsentiert der Londoner mit dem Nerd-Image dieser Tage jedenfalls sein zweites Album. Die Vorzeichen stehen dann auch erst einmal genau so, wie beim Debüt. Alle Songs nahm James in seinem Schlafzimmer auf und benutzte dafür gleiches Equipment und Instrumente, wie auch schon für „Turning Down Water For Air“. Ein Studio buchte er dann nur, um den Songs am Mischer noch einmal den letzten Schliff zu verpassen. Mit „Give You Away“ beginnt er dann aber eine Spur düsterer, als noch auf dem Debüt. Ein tiefer Keyboard-Sound und ein pluckernder Beat, dazu James‘ sanfte Stimme, die im Refrain erklärt „It’s alright, just take your time, just take your time“. Alles gut also. Das offenbart auch der weitere Verlauf des Stücks, das mit seiner weiblichen Duett-Partnerin noch etwas an Wärme gewinnt. Aber auch ein Wunsch geht hier in Erfüllung, James hat es nämlich geschafft, den Druck in die Songs zu bringen, der ihm sonst nur live gelingt. Andere Songs, wie „First In Line“ und „On Your Own“ zeigen ähnliche Qualitäten, während über weite Teile des Albums dann allerdings doch die leicht besinnliche, zurückgelehnte Stimmung des Debüts vorherrscht. Nun aber in einer Mischung mit etwas druckvolleren Stücken, wodurch eine tolle Mischung entsteht, deren hypnotischer Wirkung man sich nur schwer entziehen kann.

Rating: ★★★★☆
James Yuill

Video zu „No Pins Allowed“

On Your Own (Radio Edit)bytim_chester

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