Rezensionen

James Vincent McMorrow – We Move

James Vincent McMorrow

Fünf Jahre, also ein halbes Jahrzehnt, ist es her, dass der Ire James Vincent McMorrow mit seinem Debüt „Early In The Morning“ schnell in aller Munde war und im selben Jahr unter anderem ein umjubeltes Set auf dem Haldern Pop Festival spielte. Damals begeisterte er die Musikliebhaber in ganz Europa mit zeitlosem Singer-Songwriter Sound in der Tradition von Nick Drake und durch das markante Falsett wurde er gerne auch in die Nähe von Bon Iver gerückt. Es folgten Konzerte in aller Welt und erst drei Jahre später dann auch endlich der Nachfolger, der unter dem Namen „Post Tropical“ erschien und einen deutlich anderen Songwriter zeigte, als noch das Debüt. Das Album, das er in Amerika aufnahm, zeigte eine Entwicklung weg vom Sound des Debüts. Stattdessen verarbeitete James Vincent McMorrow nun zahlreiche Einflüsse aus R’n’B und Soul, gepaart mit elektronischen Elementen und Synthies, die ihn ein wenig klingen ließen, als würden sich Bon Iver, James Blake und die Bee Gees zu einer Supergroup zusammenfinden. Mit „We Move“ bewegt sich James Vincent McMorrow in dieser Entwicklung nun weiter. Noch ein wenig mehr Soul, ein bisschen Funk, ein Hang zu Popexperimenten mit vielen Spielereien und der Einsatz von Loops einzelner Instrumente sowie seiner Stimme, hin zu einem Chor.

Der Folk von früher dient allenfalls noch als Versatzstück und verbindendes Element zum Debüt. „We Move“ ist in erster Linie Soul und Kammerpop. Die akustische Gitarre bleibt fast vollständig unbeachtet, stattdessen lässt James Vincent McMorrow, in meist langsamen Songs, seine E-Gitarre leichte Funkrhythmen spielen, die er abgehackt tänzeln lässt und mit Synthieflächen untermalt. Teils gesellen sich Handclaps dazu, oder die Drum-Machine erhöht die Taktzahl ein wenig. Prägendes Element ist der Falsettgesang des Iren, der über allen Songs schwebt und der, durch Loops verstärkt, einen Song auch mal komplett choral untermalt. Dabei merkt man allen Spielereien und Experimenten die Detailverliebtheit an, die James Vincent McMorrow an den Tag legt. Das mündet darin, dass „We Move“ nicht immer leicht zu verdauen ist, zeigt aber einen Musiker mit hohem Anspruch, der immer in Bewegung bleiben will und der dabei seine gefundene Liebe zu Soul und R’n’B weiterhin verarbeitet.

James Vincent McMorrow auf Tour
24. Oktober 2016, Berlin – Heimathafen
26. Oktober 2016, Hamburg – Mojo
27. Oktober 2016, Düsseldorf – New Fall Festival

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