Rezensionen

James Vincent McMorrow – Post Tropical

James Vincent McMorrow - Post Tropical

Fast drei Jahre ist es jetzt schon her, dass der Ire James Vincent McMorrow sein Debüt „Early In The Morning“ veröffentlichte. Ein ruhiges Singer-Songwriter Album mit filigraner Instrumentierung, das sich im Dunstkreis von Bon Iver bewegte und mit dem McMorrow weltweit in den Indie-Medien von sich Reden machte. Doch der Ire nutzte den Hype, der auch durch die Auszeichnung mit dem European Border Breakers Award 2012 befeuert wurde, nicht aus, sondern ließ sich mit dem Nachfolger zu seinem Debüt lieber etwas Zeit. Die Vorfreude von Fans und Presse ist entsprechend gewachsen und so ist bereits vor dem Release fast die gesamte Deutschland-Tour kurz davor komplett ausverkauft zu sein.

„Post Tropical“ heißt das Zweitwerk des 30 Jahre alten Iren. Aufgenommen hat er es in den USA unweit der mexikanischen Grenze auf einer kleinen Farm. Inspiriert von Hip Hop und R’n’B hat er sich bei den Aufnahmen stärkeren Beats und elektronischen Klängen hingegeben und diese mit seiner eigenen Soundwelt zu zehn neuen Songs verwoben. Herausgekommen ist ein Album, mit dem sich James Vincent McMorrow deutlich öffnet und auch ein Stück weit zugänglicher zeigt.

Der Opener „Cavalier“ zeigt direkt, wo die Reise auf „Post Tropical“ hingeht. Einem ruhigen Beginn mit trauriger Grundmelodie und sanfter Gesangsweise des Iren folgt eine deutlich bombastischere zweite Hälfte mit orchestraler Instrumentierung und Bläsern. Dazu James Vincent McMorrow, der sein Falsett in bisher nicht da gewesene Höhen schwingt. Auf jeden Fall eine Belastungsprobe für die Boxen und nicht die einzige dieser Art auf „Post Tropical“. McMorrow scheint sich nämlich zum Ziel gesetzt zu haben seine Falsettstimme noch deutlicher einzusetzen. Das nimmt seiner sonst sanften Erzählweise ein wenig die Schönheit und Direktheit, die nicht dadurch ausgeglichen werden kann, dass sich der Ire extrem in den Gesangspassagen rein kniet. Die Arrangements auf „Post Tropical“ haben ebenfalls ihre berührende Note eingebüßt und klotzen nun mit mehrschichtigen Beats, Bläserpassagen und Chören. Das klingt dann ein wenig als hätten sich Bon Iver, James Blake und die Bee Gees zu einer Jamsession verabredet. Das macht „Post Tropical“ zu einem für Fans sicherlich durchaus heraus fordernden Album. Ob mehrere Hördurchgänge den trüben „Ersteindruck“ beheben, muss natürlich jeder für sich selbst heraus finden. Bei uns hat’s nicht geholfen.

James Vincent McMorrow auf Tour:

08. Februar 2014, Dortmund, Konzerthaus
14. Februar 2014, München, Freiheiz
15. Februar 2014, Frankfurt, Brotfabrik
17. Februar 2014, Berlin, Heimathafen Neukölln (ausverkauft)
18. Februar 2014, Hamburg, Knust

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