Rezensionen

Immanu El – Moen

Wenn ich an skandinavische Größen des Post-Rock denke, dann gehören Immanu El für mich immer in die vorderste Reihe. Das hat schon zu einer gewissen Verklärung geführt, die mich überrascht dreinschauen ließ, als ich feststellte, dass das gerade veröffentlichte „Moen“ ja gerade einmal ihr zweites Album ist. Die Verklärung mag auch damit zusammen hängen, dass sie durch ihren Gitarrist Emil Karlsson fest mit der befreundeten Post-Rock Kombo Ef verbandelt sind, die schließlich schon 2005 ihr Debüt veröffentlichten. Aber egal, beide Bands gibt es laut ihrer Historie in verschiedenen Internet-Nachschlagewerken gleich lang, nämlich seit 2003 und dürfen deshalb trotz jeweils erst zwei Alben als feste Größen angesehen werden.

Ich jedenfalls tue das und Immanu El Album Nummer 2, „Moen“ sollte mich in dieser Meinung stärken. Was zuerst auffällt, mit knapp 9 Songs und nur 41 Minuten Spielzeit scheinen sich die Schweden sehr kurz gefasst zu haben. Aber Post-Rock muss ja auch nicht immer heißen einen Song mit Gitarrenwänden und langen Instrumentalpassagen auf 10 Minuten aufzublähen. Die durchschnittlich 4 Minuten Länge der Songs sind dann auch schon beinahe eine Annäherung an Pop-Musik. Den Pop-Appeal lassen Immanu El dabb auf „Moen“ auch nicht zu kurz kommen und zeigen eine gekonnte Heranführung von Post-Rock an Pop. Markantestes Merkmal ist dabei neben den gewohnt kunstvoll gewobenen Klangteppichen die sanfte Stimme von Claes Strängberg. Weich schmiegt der sich in das Spiel seiner Band ein und leitet durch die Songs. Die sind meistens getränkt von nordischer Melancholie und nehmen dann mit knapp 8 Minuten, wie im Opener „Agnes Day“ (Wortspiel ich hör dir trappsen), beinahe epische Ausmaße an. Oft genug nehmen die Stücke dann aber eine ganz andere Wendung und geraten, wie etwa „Aerial“ zu atmosphärischen und fast heiteren Pop-Songs. Die Spielarten sind zwar alle nicht neu, aber bieten genügend Abwechslungsreichtum, um „Moen“ zu der von Immanu El zu erwartenden gelungenen Mischung zu machen, von der man sich gerne dunkle Herbstabende beschallen lässt.

Rating: ★★★★½
Immanu el

Myspace // Label

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