Rezensionen

iLiKETRAiNS – The Christmas Tree Ship

iltctsiLiKETRAiNS erzählen bekanntlich sehr gern tragische Schicksale aus der Vergangenheit, weshalb ihr Musikstil auch von Einigen als History-Rock beschrieben wird. Zu Weihnachten haben sie sich nun etwas ganz besonderes überlegt und die amerikanische Legende des „Christmas Tree Ship“ in fünf Tracks für ihre gleichnamige EP verarbeitet. Eine Legende um das Schiff „Rouse Simmons“, seinen gütigen Kapitän Herman Schuenemann und seinen Bruder August, die zu Beginn des 20ten Jahrhunderts auf dem Lake Michigan Bäume transportierten. Immer um Weihnachten herum hat Herman seine Bäume besonders günstig verkauft, so dass auch arme Menschen sich einen Weihnachtsbaum leisten konnten, so kam er laut Legende zu seinem Beinamen „Captain Santa“.

An einem Freitag im November 1912 sank das Schiff voll beladen, in einem gewaltigen Sturm. Niemand überlebte, um von den tragischen Umständen des Untergangs zu berichten. Deshalb verzichten auch iLiKETRAiNS auf der EP vollständig auf Gesang und transportieren die Geschichte über eine dichte und fesselnde Instrumentierung. Die Songtitel liefern die Abfolge der Geschehnisse rund um das „Christmas Tree Ship“. „Two Brothers“ handelt beispielsweise, wie der Titel vermuten lässt von Herman und August. Track 5 ist in der Folge zugleich Höhepunkt der EP. Hier türmt sich die düstere Instrumentierung wellenförmig zu riesigen Klangwänden auf und man bekommt einen Eindruck, wie die raue See das Schiff gepeitscht hat. Der Titel „Friday – Everybody Goodbye“ spielt zugleich auf die letzten Worte von Herman Schuemann an, der beim Untergang eine Flasche mit der Nachricht „Friday … everybody goodbye. I guess we are all through. During the night the small boat washed overboard. Leaking bad. Invald and Steve lost too. God help us“ in die peitschenden Fluten warf. Im Wettkampf mit Get Well Soon und Glasvegas um die düsterste Weihnachts-EP, geht diese Runde dann wohl eindeutig an iLiKETRAiNS, gerade auch wegen der packenden Geschichte.

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