Rezensionen

I Like Trains – The Shallows

I Like Trains - The Shallows

Nach dem Release ihres Debüts „Elegies To Lessons Learnt“ fanden sich die Briten von iLiKETRAiNS aus Leeds trotz blendender Rezensionen ohne Label wieder. Also entschlossen sie sich für ihr Zweitwerk „He Who Saw the Deep“ dazu, das Album über Pledge Music zu finanzieren. Ihre loyale Fanbasis war begeistert und sorgte dafür, dass der Release schneller als gedacht fast sogar mit doppelter Menge finanziert war. Neben dieser neuen Finanzierungsart entschieden sich die Briten auch gleich für eine neue Schreibweise ihres Namens. I Like Trains geht schließlich auch viel leichter von der Hand.

Mit „The Shallows“ veröffentlichen I Like Trains nun knapp eineinhalb Jahre nach „He Who Saw The Deep“ das nächste über Pledge Music finanzierte Album auf ihrem eigenen Album I like Records. Als Produzent sicherte sich die inzwischen auf ein Quartett geschrumpfte Band Richard Formby, der sich unter anderem mit Arbeiten an „Bad Penny“ von Spectrals und „Two Dancers“ von Wild Beasts einen Namen machte.

In „The Shallows“ widmen sich I Like Trains der Hass-Liebe der Menschen mit der modernen Technologie. In der Pressenotiz führen sie dazu aus: „‚The Shallows‘ deals with themes of information overload, charts a history of how our tools have shaped us, and asks how our recent reliance on digital technology to obtain information has changed the way we think and retain knowledge“. Nach den historischen und düsteren Themen der Vorgänger versuchen sich I Like Trains nun also in Technologiekritik? Nun ja, man könnte auch sagen, dass sich die Band nun aus vergangenen Pochen in die Moderne begibt.

Eine Wandlung, die auch im Sound deutlich hörbar ist. Zu den markanten Gitarrenriffs der Band gesellen sich nun Synthesizer und andere technische Spielereien. Eine Wandlung, die aber nur im ersten Moment verwirrt. Schnell merkt man jedoch, dass es sich um eine Bereicherung des Bandsounds handelt. Die Synthie-Flächen fügen sich perfekt in den Gesamtsound ein und harmonieren perfekt mit dem eleganten, tiefen Bariton von Dave Martin und den wuchtigen Gitarrenwänden.

„The Shallows“ ist ein unaufgeregtes, gewohnt kühles Machwerk dieser Band aus Leeds, das einen schnell gefangen nimmt. Mit einem Sound, der ein wenig anmutet, wie eine klassischere Version von Interpol erfinden sich I Like Trains wieder einmal neu und erschaffen ein Album mit extrem viel Tiefe, das den Albumtitel mehr als Lügen straft. „Shallow“ bedeutet nämlich so viel wie „oberflächlich“, bzw. „seicht“.


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Discussion

  1. […] viel Mühe gegeben haben sich die Jungs von I Like Trains, deren drittes Album “The Shallows” auch ein heißer Kandidat auf das Album des Jahres sein […]

    Posted by Frohen 1. Advent + Verlosung | WhiteTapes | Dezember 2, 2012, 12:11 pm

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