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I Build Collapsible Mountains – The Spectator & The Act

I Build Collapsible Mountains - The Spectator & The Act

Seit der Schotte Luke Gareth Joyce im Frühjahr mit einer EP um die Ecke kam, die auf den gleichen Namen, wie sein aktuelles Projekt I Build Collapsible Mountains hörte, warten wir händeringend auf das Solo-Debüt des Mannes, der sich schon eine ganze Weile mit allerhand Projekten in der schottischen Musikszene rumtreibt. Das bekannteste dürfte wohl die Post-Rock-Kombo The Gothenburg Address sein, wo er gemeinsam mit Mitstreitern von Arab Strap und The Zephyrs in die Saiten haut.

Wall Of Sound und ausufernde Soundlandschaften sucht man bei seinem Soloausflug allerdings vergebens. Bei I Build Collapsible Mountains steht zwar Gitarrenspiel im Vordergrund. Die ist aber nicht elektrisch, sondern rein akustisch. Sanft gezupft, gestrichen und leicht angeschlagen zaubert Luke hierauf in Kombination mit seiner schönen, manchmal nur gehauchten Stimme herzerwärmende Stücke. Zwei einfache Zutaten, die viele Singer-Songwriter häufig in gefällige, aber auch schnell vergessene Stücke bündeln. Joyce gelingt es jedoch schon ab der ersten Minute mit dem tollen „Face Of Thunder Grin“ zu fesseln. Herrlich unaufgeregt erzählt der Schotte seine Geschichten und stellt dabei eine enorme Nähe zum Hörer her. Man gewinnt den Eindruck direkt bei Luke im Heimstudio zu sitzen, in dem er in einem Zeitrum von zwei Wochen dieses Album einspielte, und die Songs direkt vorgetragen zu bekommen. Luke versucht gar nicht erst sich als großer Sänger zu profilieren. Das ist er auch gar nicht. Er erschafft jedoch eine wahnsinnige Intimität mit seiner warmen, leicht kratzigen Stimme. Das führt dazu, dass man am Ende von „The Spectator & The Act“ gar nicht anders kann als die Repeattaste zu drücken und noch einmal einem der schönsten Singer-Songwriter-Alben dieses Herbsts zu lauschen.

Unser Track By Track mit Luke Gareth Joyce findet ihr hier.

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