Rezensionen

I Am Oak – Nowhere Or Tammensaari

I Am Oak - Nowhere Or Tammensaari

Bereits vor einem Jahr veröffentlichte der Niederländer Thijs Kuijken bereits mitten im Sommer den eigentlichen Soundtrack für den Herbst. „Oasem“ hieß das Album, das er als I Am Oak veröffentlichte und mit dem er viele beinahe überschwängliche Rezensionen erntete. Für seinen neuesten Streich „Nowhere Or Tammensaari“ machte er sich dieses Mal mitsamt Band auf in die finnische Einöde, um ein neues Album aufzunehmen. Und die Rezensionen, die man überall liest sprühen wieder einmal vor Begeisterung. Von der Vereinigung von Bon Iver und Iron & Wine ist die Rede und manch einer beschwört die nächste Singer-Songwriter-Sensation und beklagt im selben Atemzug, dass die Niederlande schon viel zu lange nur ein weißer Fleck auf der musikalischen Landkarte sind.

Wir hören „Nowhere Or Tammensaari“ und fragen uns, ob das wirklich so schlimm ist und was mancher in I Am Oak hören möchte. Klar, Thijs verfügt über eine warme Stimme und nutzt diese nicht unbedingt ungeschickt. Gerade im Zusammenspiel mit seiner Background-Sängerin oder wahlweise einem Chor, den er mit seiner Band bildet meint man ein gewisses Potential zu erkennen. Aber nichts, was nicht Bon Iver auf mittlerweile zwei Alben deutlich geschickter und mit etwas mehr Finesse geschaffen hat. Die Instrumentierung ist wenig aufdringlich, besteht aus gezupfter Akustik-Gitarre, sanft geschlagenen Drums und spärlich eingesetzten Percussions. Getragen werden die Songs jedoch von der Stimme des Utrechters. Häufig wirkt das Album wie ein simpler Aufguss von „Oasem“, was durch das Cover, das wieder eine Gestalt zeigt, die einsam in der Landschaft herumsteht, noch unterstützt wird.

Das soll keinesfalls bedeuten, dass „Nowhere Or Tammensaari“ nicht ein paar handwerklich gut gemachter Folk-Songs mit einer Prise Gefühl bietet, die durchaus als Soundtrack für die Abendstunden oder wahlweise die frühen Morgenstunden taugen, die viel betonte Sensation ist das Album jedoch nicht. Aber das muss ein Album ja auch gar nicht immer sein, nur weil übereifrige Redakteure unbedingt den nächsten Hype als erste erkannt haben wollen.

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