Rezensionen

Hot Club De Paris – Live At Dead Lake

Nach ihrem 2007 erschienen Debüt „Drop It Till It Pops“ legen Hot Club De Paris nun mit „Live At Dead Lake“ nach. Keine Sorge, eben so wenig, wie es sich bei I Am Kloots letztem Album „… Play Moolah Rouge“ um ein Live-Album handelte, handelt es sich bei „Live At Dead Lake“ um eines. Der Albumtitel bezieht sich ganz einfach darauf, dass das Album in Chicago eingespielt wurde, das ja bekanntlich am Lake Michigan liegt, der besonders in der Uferregion von Chicago ziemlich verschmutzt ist.

Diese Referenz im Albumtitel ist dann aber auch das einzige politische Statement der Band, die sich auf dem ganzen Album ähnlichen Themen wie schon auf dem Debüt hingibt, nämlich Mädchen, die Liebe und das Leben an sich und ausnahmsweise sogar Geistern („My Little Haunting“). „Drop It Til It Pops“ war als Albumtitel genau so verspielt, wie die Instumentierung, punkiger Math-Rock, der vor Ideenreichtum fast schon überquoll. Bei „Live At Dead Lake“ haben HDcP ihren Ideenreichtum behalten, aber die Verspieltheit auf ein Maß zurückgeschraubt, dass den Sound der Band um einiges zugänglicher macht. Die Band scheint erwachsener geworden zu sein und die richtige Mischung aus vertrackten Rhythmen, abgehackten Akkordfolgen und abwechselnden Stakkato- und Sprechgesang gefunden zu haben. Tanzbar sind die Tracks nun umso mehr, Hits wie „Clockwork Toy“ vom Debüt gibt es nun sogar mit Ohrwurmgarantie, wie bei „I Wasn’t Heartless When I Said Your Favourite Song Lacked Heart“, oder „Boy Awaits Return Of The Runaway Girl“, die auch die Liebe der Band zu ungewöhnlichen Songtiteln gut wiederspiegeln. Mit ihrem Sound haben HcDP den Weg für Math-Rock geebnet, den Durchbruch schafften jedoch andere, z.B. die Foals. Mit „Live At Dead Lake“ könnte sie diesem Durchbruch noch ein Stück näher bringen und damit auch dafür sorgen, dass Bands wie sie und die Dartz die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Gerade die Live-Qualitäten dieser Band sprechen für sie, denn da bringt die Band ihren Sound um Einiges überzeugender und routinierter rüber als die bereits erwähnten Fohlen. Davon kann man sich übrigens auch diesen Herbst selbst überzeugen.

Video zu „Hey! Housebrick“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=AN_zY3P5i7M

Myspace der Band
Künstlerprofil bei Cooperative Music

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