Rezensionen

Honig – Empty Orchestra

Hey Sholay

Gibt man Honig bei Drinkify ein, empfiehlt einem die Plattform zur Musik des Düsseldorfers einen Cocktail aus Kokosmilch und Moonshine. Moonshine beschreibt selbstdestillierte Whiskey, der meist in ländlichen Gegenden der USA illegal gebrannt wird und bis zu 95 % Alkohol enthält. Also verdammt hartes Zeug gemischt mit einem sehr milden Getränk. Passt auch ein wenig zum Werdegang von Stefan Honig. Der tobte sich in seiner Jugend in einer Metalband aus, hat mittlerweile aber zu deutlich ruhigeren Tönen gefunden. So ganz kommt man von seinen musikalischen Jugensünden ja nie weg und so dürften beide Herzen nach wie vor in seiner Brust schlagen.

Nach seinem Debüt, das Honig bereits 2009 veröffentlichte, erscheint mit „Empty Orchestra“ nun schon sein zweites Album. Mit Tim Neuhaus, Jonas David und John Elliott versammelte er darauf nun auch einige namhafte Comusiker und nahm eher ein Bandalbum auf, als ein Singer-Songwriter Album. Schon im Opener „Sleep Driver“ geht er nach ruhigem Einstieg in eine druckvolle instrumentierte Powerballade über, die so gerade am Kitsch vorbeischrammt.

Etwas reduzierter geht es in den meisten weiteren Songs zu. Zumindest geht es nicht in die Powerballaden-Richtung des Openers. Vielmehr merkt man dann tatsächlich häufiger das Prinzip junger Mann mit Gitarre und schwerem Herzen. Ein Prinzip, das bekanntlich bereits häufig erprobt wurde. Wenn es nicht ein wenig sarkastisch wäre, würden wir unser Fazit ähnlich wie Rote Raupe ziehen „manchmal ein wenig nach den wunderbaren Pathosgöttern William Fitzsimmons und Justin Vernon. Aber eben nur manchmal und eben nur ein wenig.“ Mit leicht brüchiger Stimme und einem starken Hang zur Melancholie wechselt Honig zwischen Solo-Gitarren-Nummern, bei denen er ein wenig an seinen Freund Hello Piedpiper erinnert und Stücken mit starker Bandinstrumentierung, die teils wirken, als würde sich Honig danach sehnen, den Powerpop von Snow Patrol auszuleben, es sich aber in letzter Konsequenz doch nicht trauen. So wirkt er häufig unentschlossen, manchmal unterhaltsam und häufig einfach wie die x-te Inkarnation des Typus junger Mann mit Gitarre.


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Foto auf Startseite: Lisa Meinen

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