Rezensionen

Holy Fuck – Latin

Diese Platte in eine musikalische Kategorie einzuordnen ist nicht einfach. Holy Fuck besitzen einen ganz eigenen Stil. Irgendwo liegt ihr Sound zwischen Electro, Rock und neuerdings könnte man sagen Funk. Bezeichnend für das sehr digital klingende „Latin“ ist, dass Graham Walsh und Brian Borcherdt nicht viel übrig für computergesteuerte Musik haben.

Der Name der Platte ist kein Hinweis auf den musikalischen Inhalt. Der Auswahlgrund für ihn ist, dass er eine aussterbende Sprache kennzeichnet und Holy Fuck es mögen, ihre Albumnamen inhaltsleer zu halten.

Das kanadische Duo besinnt sich lieber auf analoge Möglichkeiten zurück, was der Hörer „Latin“ auf keinen Fall anhört. Hier geben sich Electro und Funk die Hand und starten eine Reise durch die Avantgarde–Maschine, die aus Casio–Keyboards, Distortions und Percussions eigenwillige Musik extrahiert. Vom atmosphärischen Weltraum–Flair des Openers „1MD“ über den 70’s Funk von „Red Lights“ bis zum Percussion – Gelage vom unsittlich klingenden „SHT MNT“ ist es eine weite Reise. Der Struktur ist leicht zu entnehmen, dass vieles der Musik das Ergebnis spontaner Improvisationen sind. Trotz aller Wildheit geht „Latin“ nicht auf die Nerven. Das Album bringt die Musik weit schneller auf den Punkt als die beiden Vorgängeralben. Vielleicht liegt das auch daran, dass hier mit der Hilfe von Drummer Matt Schulz und Bassist Matt McQuaid zum ersten Mal eine komplette Band zugange war. „Latin“ regt zum Tanzen an, über die Art des Tanzes muss man sich aber schon Gedanken machen.

Rating: ★★★★☆
Holy Fuck

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