Rezensionen

HOLMES – Burning Bridges

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Vor fast zwei Jahren überraschten uns die Schweden von HOLMES mit ihrem zweiten Album „Have I Told You Lately That I Loathe You“. Darauf verbanden sie Folk und Americana so geschickt, dass wir sie schon als potentielle Nachfolger der Band Of Horses bezeichneten. Ganz unrecht hatten wir mit dieser Prognose nicht. Denn von der Band Of Horses hat man seit damals nicht mehr viel gehört. HOLMES jedoch sind zurück und bieten mit „Burning Bridges“ jetzt ihr drittes Album auf.

Für ihr Zweitwerk erfand der Rolling Stone mit „Scandinavian Americana“ extra ein neues Genre heißt es in der Pressenotiz der Platte. Da Americana eigentlich schon lange nur noch ein Genrebegriff ist und nicht mehr nur die Herkunft eines Künstlers bezeichnet und HOLMES als Schweden nun einmal Skandinavier sind, hat es der Rolling Stone hier mit der Genre-Neuschöpfung vielleicht etwas zu gut gemeint. Der Beisatz „Schwedische Melancholie trifft zeitlosen Folk!“ reißt das Blatt aber noch einmal raus, fasst er doch ziemlich treffend zusammen, was HOLMES ausmacht.

Aufgenommen wurde das Album in Göteborg unter der Regie von Per-Ola Eriksson. Gemeinsam nahmen sie ein Album auf, dass wie schon der Vorgänger in jeder Note den typischen Northern Blues atmet, der so viele Songwriter aus der Szene bereits zu wunderschönen Alben verholfen hat. Das Album wirkt wie eine Einkehr der Band in sich selbst. Meist erwachsen die Songs ganz langsam. Wie ein Pflänzchen in einer schneebedeckten Landschaft wagen sie sich unauffällig heraus und verstecken sich ganz schnell wieder.

Das Album besitzt nur ganz wenige Songs, die ähnlich große Gesten anbieten, wie noch der Vorgänger. Mehr Instrumente, die in der Pressenotiz stehen, bedeuten also nicht zwangsweise einen fetteren Sound. Stattdessen sind HOLMES wieder etwas ruhiger geworden. Das tut der Qualität ihres Songs keinen Abbruch. Jeder Einsatz auf „Burning Bridges“ scheint genau da zu sein, wo die Band ihn wollte und kein Instrument wird übermäßig in den Vordergrund gerückt. Das verleiht der Platte eine herrliche Unaufdringlichkeit und HOLMES belegen mit 11 kleinen Folkperlen, dass der Rolling Stone sie nicht umsonst mit großen Lorbeeren bedacht hat.

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