Rezensionen

Hiva Oa – The Awkward Hello, Handshake, Kiss.

Hiva Oa - The Awkward Hello, Handshake, Kiss.

Bereits im letzten Jahr erregten die drei Schotten von Hiva Oa einige Aufmerksamkeit bei uns. Schuld war ihre EP „Future Nostalgia, for sale“ und das zugehörige Video zu „Badger“. Letzteres überzeugte mit tollen Bildern und einer gleichermaßen verstörenden, wie faszinierenden Melodie. Nun hat das Trio sein Songwriting auf ein acht Songs umfassendes Debüt-Album gebannt. Das veröffentlichen sie auf Mini 50 Records, ein Label, das von The Kays Lavelle Frontmann Euan McMeeken geleitet wird.

Und ähnlich dem Bandprojekt ihres Labelchefs ist auch der Sound von Hiva Oa extrem melancholisch. Das beginnt schon im Opener „Floods“. Ein sanfter Beat begleitet von zarten Gitarrenpickings baut sich langsam auf, bis ruhiger Gesang einsetzt. Langsam und besinnlich entwickelt sich das Stück. Zum Beat gesellt sich nach einiger Zeit noch Cello, was dem Stück eine zusätzliche Schwere verleiht. Etwas erinnert die Band hier an die famosen Logh, jedoch mit einer deutlichen Prise Dream-Pop. Besonders stark kommt diese durch, wenn gegen Ende weiblicher Gesang mit Glockenspiel repetitiv einsetzt und das Stück zum Klimax geleitet. Ein eindeutiger Gänsehautmoment.

Auch das nachfolgende „The Minder“ eröffnet mit zerbrechlichem weiblichem Gesang, der von spärlicher Instrumentierung begleitet wird. Ein Song, der wie eine noch verletzlichere Version einiger Stücke von „The Swell Season“ wirkt und eine gleichermaßen betörende, wie verstörende Stimmung erzeugt. Hiva Oa gelingt es auf „The Awkward Hello, Handshake, Kiss.“ mit einfachen Mitteln, wie Glockenspiel, Cello und Gitarre eine dichte Stimmung zu erzeugen, die mal an Radiohead, mal an Sígur Ros erinnert. Aber immer in einer extrem reduzierten Variante mit dichter Atmosphäre. Das beste Beispiel ist wohl die bereits bekannte Single „Badger“. Über den Klang sich immer wiederholender Synthies und durcheinander spielenden Celli- und Drumklängen schwebt distanzierter, besinnlicher Gesang, der sich im Laufe des Songs immer weiter hochspielt und durch die Strophen windet. Thom Yorke hätte es nicht besser machen können. Spätestens wenn die Drums einsetzen dürfte auch der letzte Radiohead-Jünger rhythmisch seinen Kopf bewegen und sich den Namen Hiva Oa ganz weit oben auf die Liste der Band setzen, die er unbedingt beobachten muss.


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