Rezensionen

High Hazels – In The Half Light EP

High Hazels - In The Half Light EP

Eine ganze Zeit lang befolgte Wikipedia strenge Regeln, was die Relevanz von Musikern in der Datenbank betrifft. In Deutschland gelten diese auch häufig noch, das bedeutet zum Beispiel, dass eine britische Band, die dort bereits zwei Alben veröffentlicht hat, deshalb noch lange nicht in der deutschen Wikipedia stehen darf. Für England sind die Verantwortlichen dort nicht mehr so streng und erlauben es selbst absoluten Newcomern, wie High Hazels aus Sheffield einen relativ ausführlichen Beitrag zu haben. So ist dort von der Entstehungsgeschichte der Band zu lesen, die sich teilweise bereits seit der Grundschule kennt.

Man liest vom ersten Gig der Musiker, davon, dass sie bereits früh von Steve Lamacq im Radio gespielt wurden und dass die Band 2013 einen Plattenvertrag bei Heist Or Hit Record unterschrieben hat. Erst dann veröffentlichten High Hazels mit „Hearts Are Breaking“ ihre erste Single überhaupt, was die Band in ihrem Wikipedia-Eintrag dann auch noch um ein Zitat vom Guardian ergänzt, der über die Band schrieb: „If you’re a fan of The Smiths, or The Coral at their most melodic, then this may be right up your street.“

Wir finden das insgesamt eine tolle Sache, denn häufig ist es schwer genug etwas über eine so junge Band herauszufinden und dass Wikipedia dem Quartett aus Sheffield einen Eintrag gönnt, erleichtert es dem geneigten Musikfan und sicher auch -redakteur. Mit „In The Half Light“ veröffentlichen High Hazels jetzt jedenfalls, rund sechs Monate nach ihrer Debüt-Single, auch ihre Debüt-EP. Vier Songs, in denen das Quartett Einflüsse wie The Smiths, Fleet Foxes, Elbow und The Shins verarbeitet. Der Titel „In The Half Light“ ist dann auch absolut passend gewählt. Denn bereits der Opener „French Rue“ klingt nach einem romantischen Sonnenaufgang nach einer langen Nacht. Leicht pastoraler Sound mit einer gewissen Fleet Foxes Note und einer lässigen Grundhaltung. Ein Song, der gemächlich durch den Raum tänzelt und bei jedem Durchgang die Laune noch ein wenig steigert. „Winter Song“ kommt noch ein wenig gemächlicher und ruhiger daher. Hier fehlt es allerdings ein wenig an Spannung und der Song fließt fast zu ereignislos aus den Lautsprechern. Das ändert sich glücklicherweise mit „Summer Rain“. Ein fröhlicher Pop-Song, der ein wenig an The Thrills erinnert und sich ebenso angenehm anfühlt, wie der besungene Sommerregen.

Mit „Loose Stitches“ bieten High Hazels am Ende dann ein Stück, das im Grunde das beste aus den drei vorherigen Songs vereint. Auf einen ruhigen Beginn mit deutlichem Bruch folgt eine etwas ausladendere Instrumentierung mit packender Instrumentalpassage und einem beinahe romantisch anmutenden Outro, das auf alle Fälle Lust auf mehr von dieser Band macht. Darüber werden wir dann hoffentlich dank Wikipedia auf dem Laufenden bleiben.

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Discussion

  1. […] “In The Half Light” veröffentlichten High Hazels nun kürzlich auch ihre erste EP, auf der sie in vier Songs ihre […]

    Posted by High Hazels – Video zu “Winter Song” | WhiteTapes | April 25, 2014, 1:14 pm

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