Rezensionen

Heroes & Zeros – Strange Constellations

heroeszerosthumbHeroes & Zeros (H&Z) darf man hierzulande wohl getrost als Geheimtipp bezeichnen, vielleicht auch als Geheimtipps unter den Geheimtipps. Ein stilles Dasein genießen sie hier. So wirklich kennt sie hier kaum jemand, in ihrer Heimat hingehen sind sie ein Top-Act. Platzierungen in den Charts, Nominierungen bei den norwegischen Grammy Awards und haufenweise ausverkaufte Konzerte. Bis es hier soweit ist, dauert es wohl noch ein wenig, der erste Schritt in die richtige Richtung ist getan. Mit Strange Constellations erscheint nun ihr bereits 2007 in Norwegen veröffentlichtes Werk auch in Deutschland. Lange kam wenig aus Norwegen, die guten Bands haben sich aufgelöst (Gluecifer) oder liefern seit einer halben Ewigkeit den selben Schrott, den man nicht mehr hören will (Turbonegro). Ob H&Z diese Lücke jetzt nun füllen können, wird sich zeigen, aber sie betreten zumindest schon mal den Weg. Vorweg: Schlecht ist es nicht, das Album ist zudem auch ein klassischer Grower und entfaltet sich erst bei mehrfachem Hören.

Am Anfang wirbelt erst einmal der Opener „Into the Light“, ein solider Start, es winkt jedoch auch so manche amerikanische Schoolrockband, die sich ähnlich anhört. Sehr poppig und melodisch, was nicht direkt ein schlechtes Zeichen ist. Song Nummer Zwei, gleichzeitig Titeltrack, „Strange Constellations“ machen sich Einflüsse aus einem anderen Genre bemerkbar. Sonics, Radiohead oder The Pixies zählen zu den großen Einflussquellen des Trios, das ist hier auch deutlich hörbar. Reduktion scheint auch nicht das Ding von H&Z, sie mögen es eher aufgeblasen und bombastisch. Mit der richtigen Lichtshow ein mögliches Livehighlight. „Headlong Kicks“ mischt das Ganze ein wenig, wüster und ruppiger geht es hier zu, dazu noch sehr sphärisch. „Oslo Fadeout“ ist eine Poppunknummer, wahrscheinlich eines der Highlight auf diesem Album, hier geht es schon um einiges wilder und schneller zu. Der Wechsel zwischen schnell und langsam ist auf dem Album gekonnt plaziert. Schön auch das Coldplay-artige „The Foolproof“, Gesang und Melodie könnten auch aus der Hand von Chris Martin stammen. Insgesamt ist dem Gesamtwerk allerdings beim Gesang zu viel Hall unterlegt, dadurch kriegt Strange Constellations einen gewissen Industriecharme, da es sich wie in einer riesigen Fabrikhalle ein gesungen anhört. Und nun ein Satz fürs Phrasenschwein: mehr ist weniger, bedeutet so mancher Song könnte in kompakter Form besser wahrgenommen werden, dadurch dass aber teilweise die 6 Minuten erreicht werden, machen es H&Z dem Hörer extrem schwer. „Cellophane“ ist ein weiteres kleineres Highlight auf diesem Album, spürt man hier doch ein wenig den At the Drive In Charme. Ob es beabsichtigt war, wage ich zu bezweifeln. Zum Abschluss gibt es noch „Do This Right“, eine langsame Nummer zum Abschluss, die ein nettes Album mit kleinen Highlights abschließt. Auf Händen werden die 3 Norweger in Deutschland wohl nicht getragen, aber so manch Coldplay und Radiohead Fan wird vielleicht Gefallen daran finden.

Video zu „Oslo Fadeout“

httpv://www.youtube.com/watch?v=-DN4GtH-s6c

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