Rezensionen

Hello=Fire – Hello=Fire (s/t)

Der Name Dean Fertita lässt im ersten Moment vielleicht nicht direkt aufhorchen, mit dem Zusatzwissen jedoch, dass er aus dem Dunstkreis von Josh Homme und Jack White kommt, weiß man auch schnell, dass man schon das ein oder andere Mal von ihm gehört hat. Besonders natürlich, seit er 2007 Mitglied der Queens Of The Stone Age wurde und am Album „Era Vulgaris“ mitarbeitete. Kurz darauf arbeitete er dann auch mit Jack White und Brendan Benson an The Raconteurs und beteiligte sich auch zuletzt an Jack White’s neuestem Projekt The Dead Weather. Seine ersten Lorbeeren in der Musikbranche erntete Ferita aber bereits zuvor als Mitglied von The Waxwings, die sich 2004 trennten. Man könnte also ganz einfach sagen, Dean Ferita ist kein unbeschriebenes Blatt und prägte im Schatten der großen Persönlichkeiten Josh Homme und Jack White den amerikanischen Rocksound der letzten 2 Jahre mit – tun wir natürlich nicht, weil dann ja die schöne Einleitung futsch wäre.

Im Zuge der zahlreichen Nebenprojekte seiner Mitstreiter wirkt ein Soloalbum von Dean Fertita dann im ersten Moment allerdings ein wenig wie der Versuch auch vom Hype um Jack White und Them Crooked Vultures, das neue Josh Homme Projekt mit Dave Grohl, zu profitieren und auch ein wenig Aufmerksamkeit zu ergattern. Gerade in einer solchen Situation muss der 39 Jahre alte Musiker auch musikalisch überzeugen und das nicht nur durch eine gewisse Abgeklärtheit, die er sich durch knapp 20 Jahre im Business erspielt hat. Die Erfahrung und Vernetzung im amerikanischen Musikbusiness führte jedenfalls schon einmal dazu, dass er dann die Aufnahmen zu „Hello=Fire“ nicht allein bestreiten musste. So konnte er dann seinen Kumpel und The Raconteurs Kollegen Brendan Benson, seine Queens Of The Stone Age Mitstreiter Joey Castillo, Troy Van Leeuwen und Michael Shuman, sowie Michael Horrigan von The Afghan Wings als Gäste im Studio begrüßen. Also eigentlich einmal wieder eine Supergroup, wie sie gerade im magischen Dreieck Homme, White und Grol ja im Moment so angesagt sind. Das Ergebnis klingt dann auch wie man es aus der Feder dieser Musiker erwartet. Rockmusik mit einem Hauch Blues, das dann allerdings nicht so rockig und gerade heraus, wie vielleicht bei The Dead Weather und auch The Raconteurs, sondern mit einem deutlichen Hang zur Melodie. Die machen dann vor allem im Zusammenspiel von Benson und Fertita richtig Spaß und regen zum ordentlichen Kopfnicken an. Ohne treibende Bass-Drum und laute Gitarren kommt das Album natürlich auch nicht ganz aus. Fertita’s Stimme zeigt sich dann aber gerade in den Midtempo Nummern als prägend und wirft die Frage auf, warum er sich so lang nur in der zweiten Reihe aufgehalten hat. Zusammen mit seinem vielfältigen songwriterischen Geschick verdient sein erster Solo-Versuch mehr als nur ein anerkennendes Nicken. Jack White wäre jedenfalls gut beraten, für den nächsten The Dead Weather Versuch auch einmal häufiger Dean Fertita mit in die erste Reihe zu nehmen, vielleicht gelingt ihm auch mit dem Projekt ein richtig überzeugendes Album – das nächste ist angeblich ja auch schon für das nächste Jahr geplant.

Rating: ★★★★☆
Hello=Fire

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