Rezensionen

Hegemund – Nuit Blanche

Wieder einmal so ein Fall von Männern aus der zweiten Reihe, die man eigentlich kennen sollte, aber die man völlig zu unrecht nie wirklich bemerkt. Das tut der Qualität ihres Schaffens keinen Abbruch, eine Würdigung kann dann und wann aber nicht schaden. Der eine, Ralf Hildenbeutel, machte sich als Macher bei Eye Q Records einen Namen als Mitbegründer und Entwickler der Trance-Musik und verdingt sich nun als Produzent, in welcher Tätigkeit er auch bereits hier bei uns Erwähnung fand. Der andere, Gottfried Tollmann kommt aus dem gleichen Umfeld, wie Hildenbeutel und war ebenfalls bei Eye Q Records tätig. Zusammen veröffentlichten beide auch bereits ein Album als „tollmannhildenbeutel“. Ein Projekt, für das sie seinerzeit auch bereits große Würdigung erhielten.

Weitere Würdigung möchten sie nun mit ihrem neuen gemeinsamen Projekt „Hegemund“ ernten. Ursprünglich als eine musikalische Reise durch verschiedene Städte geplant, verloren sich beide thematisch in Paris und schrieben ein meditatives Werk über eine schlaflose Nacht in der Stadt der Liebe. Ebenso verklärt, wie das allgemeine Bild von Paris ist, wirkt auch der Klang des Albums. Darauf präsentiert das Duo Sounds zwischen Ambient, Jazz und Eectro-Bossa. Mal melancholisch, häufig aber auch beschwingt daher plätschernd. Aber nie wirklich aufdringlich. In den besten Momenten erinnert das mit wimmernden Streichern, einem Piano und knisternden Boxen an Ólafur Arnalds. Häufig verlangt „Nuit Blanche“ aber einfach nur viel Geduld vom Hörer. Geduld, die manchmal mit charmanten Ideen und Einfällen belohnt wird. Vielerorts wird ihr aber nur mit Eintönigkeit entgegnet, wenn etwa in „Paris, Paris“ immer wieder „Voila“ wiederholt wird pressiert das schon sehr die Geduld. Ein weiterer Grund, dass der Geduldsfaden irgendwann reißt, liegt darin begründet, dass die Kompositionen nie aus sich heraus kommen. In sich gekehrt und verhalten vor sich hin plätschernd kommen sie aus den Boxen, ohne aber je einen Aha-Effekt zu bieten. Diesen einen winzigen Moment, der dem Hörer wirklich eindrucksvoll zu zeigen vermag, warum sich die Komponisten so in Paris verliebt haben. So bleibt eher die Erkenntnis, wenn Paris so spannend ist, dann vielleicht doch lieber nach Rom, London, oder Berlin.

Rating: ★★☆☆☆

Hegemund

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