Rezensionen

Hebronix – Unreal

Hebronix - Unreal

Der Brite Daniel Blumberg scheint recht eigensinnige Vorstellungen vom Songwriting und Musizieren zu haben. Zumindest so eigensinnig, dass er sich bisher mit keiner seiner Bands über mehr als ein Album arrangieren konnte. So war nicht nur kurz nach Release des ersten Albums „The Colourful Life“ Schluss mit seiner ersten Band Cajun Dance Party.

Auch dem wild zusammengewürfelten Haufen von Yuck aus Hiroshima, New Jersey und London kehrte er recht bald nach dem selbstbetitelten Debüt den Rücken. Es folgte ein Release unter seinem neuen Solo-Projekt Oupa, das er aber auch bald zu den Akten legte, um sich seinem neuen Alter Ego Hebronix zu widmen.

Der nächste Schritt auf dem Weg eines Musikers also, der sich durch seine Releasegeschichte beinahe wie ein Getriebener zeigt. Nach dem Ende von wir hier 2008 abfeierten, schien Daniel Blumberg gut aufgehoben zu sein. Dennoch verließ er die Band kürzlich und widmet sich seit neuestem dem Projekt Hebronix.

Hört man die ersten Klänge auf „Unreal“, dem Debüt von Hebronix, das aus sechs Songs mit knapp 40 Minuten Spielzeit besteht, zeigt sich allerdings alles andere als ein Getriebener. Produziert wurde „Unreal“ von Neil Hagerty, den einige vielleicht von Royal Trux, Pussy Galore oder Weird War kennen. Ausuferndem Garage- / Noise-Rock musste er sich bei der Zusammenarbeit mit Daniel Blumberg jedoch nicht stellen. Auf „Unreal“ herrscht vor allem eine wunderbare DIY-Atmosphäre vor, bei der Hagerty wohl nur für den letzten Schliff verantwortlich war. Blumberg erzeugt mit Hebronix fuzzige Popsongs, die viel Raum zur Entfaltung haben und das teilweise über zehn Minuten tun. Dabei lässt er nach wie vor seine Liebe zum Indie- und Grunge-Rock der 90er einfließen und sorgt damit für eine leicht verrockte Note. Ein wenig erinnert er dabei an Kurt Vile, der eine ähnliche Leidenschaft für LoFi-Sounds zeigt, allerdings neben Indie-Rock vor allem gepaart mit Folk-Einflüssen. „Unreal“ ist alles andere als ein einfaches Album und bietet nie die Hitlastigkeit der Yuck Songs oder gar die Eingängigkeit der Cajun Dance Party Vergangenheit von Daniel Blumberg, dennoch ist es ein dankbares Album, auf dem es jede Menge zu entdecken gibt.


Youtube direkt

Facebook // Label

Musik von Hebronix bei Amazon.de kaufen

Foto auf Startseite: Ariane WhiteTapes, mehr hier

Discussion

Comments are closed.

Archive