Rezensionen

Hatcham Social – You Dig The Tunnel, I’ll Hide The Soil

Das quasilegendäre britische Indie-Label „Fierce Panda“ wird in diesem Jahr bereits 15 Jahre alt, natürlich ein Grund zum Feiern. So ist der erste Release in diesem Jahr auch gleich ein ganz besonderes Highlight, nachdem man im letzten Jahr das unter anderem vom Guardian gefeierte Londoner Trio Hatcham Social um die Gebrüder Kidd signen konnte, veröffentlichen diese nun verstärkt um ein viertes Mitglied auch schon ihr Debüt-Album „You Dig The Tunnel, I’ll Hide The Soil“ auf Fierce Panda. Wegen ihrer energiegeladenen Live-Shows haben sich Hatcham Social bereits einen Namen in ganz England erspielt und sind Darlings des NME. Das nächste große Ding also und so ist mit dem Debüt-Album bereits die Zeit gekommen, in der sich die Band beweisen muss. Kann sie ihre Live-Energie auch auf CD bannen? Eine Herausforderung, für die sich die Band einen alten Hasen ins Boot holte, Tim Burgess von The Charlatans, welcher der Band während der Aufnahmen als Produzent zur Seite stand.

Statt der Band, wie es andere Produzenten bei Debüt-Alben gern machen, seinen Stempel aufzudrücken (wir denken traurig an das Debüt von Apartment auf Fierce Panda zurück) ließ er der Band freie Hand während der Aufnahmen und half ihnen bei den Finessen der Studioarbeit, um eine gute Idee nicht ins Nichts, sondern in einen guten Song laufen zu lassen. So poltert die Band im Opener „Crocodile“ sympathisch und gut gelaunt los und läutet mit einem Glockenspiel und einer beschwingten Gitarren-Melodie den Frühling ein. Ihr Gespür für feine Indie-Pop-Melodien trifft in der Folge auf die Liebe der Band zu Psychedelic- und Punk-Sounds. Dabei sticht als erstes „Murder In The Dark“, ein düster waviger 80s Punk-Song mit schrammeligen Gitarren und starkem Schlagzeug-Spiel. Besonders Sänger Toby Kidd steuert mit einer leicht paranoiden und sentimentalen Tonlage, und einem Gesangsstil der immer auf den Punkt kommt, geschickt die Dramatik der Songs, die sich in der Albumfolge immer zwischen frühlingshaft beschwingt und düster verzweifelt bewegen. Das ergibt einen Sound zwischen The Smiths, Pavement, Echo & The Bunnymen und den Klaxons(!). Die unaufgeregte und zurückgeschraubte Produktionsweise erweckt zudem den Eindruck, als sei die Band direkt aus dem Keller der Eltern, in dem sie gerade noch geprobt haben, direkt ins Studio gestiefelt. Das ergibt in der Summe eines der Indie-Punk-Highlights des Frühlings und einen starken ersten Release im Jubiläumsjahr von Fierce Panda.

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