Rezensionen

Hanne Hukkelberg – Blood From A Stone

Hanne Hukkelberg, das klingt nach einer Märchenfigur aus der Feder eines Hans Christian Andersen. Ist aber nur der Name einer norwegischen Songwriterin, die mit „Blood From A Stone“ ihr mittlerweile drittes Album vorlegt. Das aber wiederum beinahe märchenhaft mythologisch, unheimlich und verwinkelt wie die Wälder und Seen am Polarkreis wirkt. Über drei Alben hat sie ihre Kunst perfektioniert, ihre musikalischen Visionen mit Jazz, Pop, Wave, Folk und allen möglichen Sound-Tüfteleien auszudrücken. Auf „Blood From A Stone“ bringt sie dafür Kühlschränke und auch ihren Kater zum singen. So geht es auch mit „Mid Night Sun Dream“ verträumt und schwelgend los, es fiept und dröhnt an einigen Ecken und über allem schwebt Hukkelberg’s leicht entrückt wirkender, sanfter Gesang.

In allen Kompositionen fällt die von Hukkelberg gewohnte Detail-Treue auf. Jedes Knarzen scheint an seinem Platz und die Melodien folgen wie üblich keinem nachvollziehbaren Schema. Das hat System, denn eine allzu klare Struktur würde für Hukkelberg vermutlich bedeuten, sich dem System der Pop-Musik zu unterwerfen. So wirken manche Songs dann auch ein wenig gewollt unzugänglich, um das Klischee vom Anti-Pop möglichst gut zu erfüllen. Das beiseite gerückt präsentieren sich auf „Blood From A Stone“ aber viele schöne, beinahe träumerisch zerbrechliche Stücke, wie „No Mascara Tears“, das mit stimmigen Beats, sphärischem Keyboard, sanft gezupfter Gitarre und hauchzartem Gesang fast an Tom Waits gemahnt. Mit „No One But Yourself“ verneigt sich Hukkelberg vor dem Industrial-Sound von Björk und bricht kurz aus der verträumten Welt des Albums aus, um beherzt in die Wälder zu schreien. Das macht insgesamt vielleicht keine leichte, aber eine künstlerisch höchst anspruchsvolle und zum Schwelgen einladende Kost.

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