Rezensionen

Grum – Heartbeats (+ Single-Verlosung)

Wenn wir hier über schottische Künstler schreiben, mündet das meist in Indie mit folkigen, oder rockigen Klänge. Oder auch in einer Mischung von alledem. Tanzmusik hat mit dem bei uns vermittelten Bild von Schottland da eigentlich nichts zu tun. Wohl nicht der Grund, weshalb der 24 jährige Graeme Shepherd mittlerweile nach Leeds umgesiedelt ist, aber eventuell besitzt er eine ähnliche Wahrnehmung und suchte sich eine Heimat, wo seine Dance-Sounds auf fruchtbareren Boden fallen. Aus England stammen schließlich illustre Namen, wie Calvin Harris. Wie der stammt auch aus Schottland und ist nach England übergesiedelt? Ein Schelm, der böses dabei denkt. Dennoch regt sich ein gewisser Verdacht, dass Grum, wie sich Graeme Shepherd nennt, gern in die Fußstapfen des Wahl-Londoners treten möchte.

Kein verwerflicher Gedanke, sondern geschickte Wahl von Vorbildern. Nicht umsonst gilt Harris als einer der innovativsten und ist einer der erfolgreichsten Dance-Musiker der letzten Jahre in England. Und ja, Grum lässt sich durchau in eine Schublade mit Harris stecken. Denn auch bei Grum geht es spielerisch, gern mal etwas vertrackter, aber immer mit einem Hang zur Poppigkeit zur Sache. Dafür bedient sich Graeme bei aktuellen Künstlern, wie Daft Punk, 80er Jahre Helden wie Human League und schnürt seine eigenen synthielastigen Tanzbodenfüller. Angereichert sind diese häufig mit jeder Menge Spielereien. Genauer gesagt Sounds, die klingen, als wären sie direkt aus klassischen 80er Arcade-Spielen genommen. Sind sie vermutlich auch. Das gibt Stücken, wie „Through The Night“, oder auch „Fashion“ diesen zusätzlich hübsch verspielten Touch, der Fans dieser klassischen Spiele neben Tanzwut auch noch Nostalgie einflößen dürfte. Wie es sich für einen Elektro-Musiker gehört hat Graeme Shepherd auch noch eine Reihe von Gastsängerinnen auf „Heartbeats“ veröffentlicht. Eigentlich keine schlechte Idee, allerdings bleiben die jungen Damen immer etwas blass in Kompositionen, die dadurch dann auch nie so genau wissen, wo sie hinmöchten. Die Stücke, bei denen Graeme Shepherd dagegen selbst seine Stimmbänder bemüht wissen dafür umso mehr zu entschädigen und lassen Grum dann sogar aus dem langen Schatten des anderen Schotten treten. Und zusätzlich das Gefühl aufkommen, dass wir unsere Wahrnehmung der schottischen Musikszene nun auch langsam um Dance- und Elektro-Sounds erweitern sollten, sonst verpassen wir noch Künstler, wie eben Graeme Shepherd.

Rating: ★★★☆☆
Grum

Und pünktlich zum Release der neuen Single verlosen wir 3 x „Can’t Shake This Feeling“ auf CD. die Teilnahme ist dabei wieder einmal denkbar einfach. Schickt einfach eine Email mit dem Betreff „GRUMpy Scotsman, eurem vollständigen Namen und eurer Adresse an ariane@whitetapes.de. Ein Kommentar mit „Gewinnen will“ ist natürlich auch möglich, dazu müsst ihr allerdings eure echte Email-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.Teilnahmeschluss ist Freitag der 17. September 2010 um 14:38 Uhr. Die glücklichen Gewinner werden dann jeweils direkt benachrichtigt.


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