Rezensionen

Grizzly Bear – Shields

Grizzly Bear - Shields

Nur drei Jahre ist es her, dass die Brooklyner Psychedelic-Folker von Grizzly Bear mit „Veckatimest“ ihren großen Durchbruch feierten. Die Single „Two Weeks“ wurde in einer Peugeot-Kampagne gespielt und das Quartett spätestens damit in aller Munde. Drei Jahre stellen eigentlich keine lange Zeit bis zu einem neuen Album dar. Genau so lang war die Zeit zwischen „Yellow House“ und besagtem Album „Veckatimest“. Dennoch sprechen nun viele Medien von einem Comeback der Band. Dabei war der Schritt vom recht erfolgreichen „Yellow House“ zum noch erfolgreicheren „Veckatimest“ auch ein sehr großer. Damals schien es dennoch so, als würde die Band für viele aus dem Nichts auftauchen. Nun ja, zurück aus der Versenkung und nach einer Reihe von Soloausflügen und Produzententägigkeiten hat sich das Quartett wieder zusammengefunden, um gemeinsam Songs zu schreiben. Dieses Mal etwas kollaborativer als sonst. Hauptsongwriter Daniel Rossen, der im Frühjahr die Solo-EP „Silent Hour/Golden Mile“ veröffentlichte gab das Ruder etwas aus der Hand und jeder sollte seine Ideen einbringen. Die Produktion übernahm Chris Taylor, der sich in der Pause solo mit CANT austobte.

Das Ergebnis der bisher kollaborativsten Bandzusammenarbeit ist „Shields“. Und die gemeinsame Konstruktion und Dekonstruktion sowie die Diskussion und Kritik der eigenen Ideen und der Ideen anderer hat der Band gut getan. Man merkt den Songs an, dass sie in teils langen Denkprozessen erarbeitet wurden. Das heißt nicht, dass sie verkopft klingen. Vielmehr klingen sie fein und sorgsam konstruiert. Alles scheint dort zu sein, wo die Band es wollte und so bewegen sich Grizzly Bear in einem fein gewebten Soundnetz aus Folk, Psychedelik-Rock und Indie-Pop.

So klingt „Shields“ auch nicht, wie der verzweifelte Versuch den Erfolg von „Veckatimest“ zu wiederholen, sondern wie die organische Weiterentwicklung einer Band. Und dabei lösen sie genau das Versprechen ein, das sie mit den beiden Vorabtracks „Sleeping Ute“ und „Yet Again“ gegeben haben. Nämlich die logische Verknüpfung von anspruchsvollen Songs, in denen teils zehn Stücke vereint zu sein scheinen mit Stücken, die geradeheraus rocken und beinahe unbekümmert wirken. Wie immer leben die Stücke auch vom ausdrucksstarkem Gesang von Ed Droste, der klar und fein artikuliert die Stücke vorträgt.

Insgesamt wirken Grizzly Bear auf „Shields“ so zugänglich, wie noch nie in ihrer knapp zehnjährigen Bandgeschichte. Was nicht bedeutet, dass sie nun Folk-Pop für die Massen bieten. Vielmehr bieten sie alten Fans die Möglichkeit in den anspruchsvolleren Stücken immer Neues zu entdecken, während Einsteiger mit Stücken wie „Yet Again“ einen leichteren Einstieg erhalten und sich langsam vom Sounduniversum von Grizzly Bear gefangen lassen nehmen können.

Grizzly Bear auf Tour mit Villagers

30. Oktober 2012, Hamburg, Übel und Gefährlich
31. Oktober 2012, Berlin, Astra
02. November 2012, Köln, Essigfabrik


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