Rezensionen

Gomez – A New Tide

Ja ja, Asche auf unser Haupt, erst beim sechsten Studioalbum entdecken wir Gomez. Aber es gibt nun einmal immer Bands, die es schaffen mit ihren Releases in stetiger Folge an unsere Aufmerksamkeit vorbei zu schlittern. So flatterte nun aber schon vor über einem Monat das neue Gomez Album durch unseren Briefkasten in die Wohnung und dann lag es da. Letzte Woche, also rechtzeitig zum Release wurden wir dann doch einmal neugierig, spielten „A New Tide“ auf unseren iPod und stellten fest: „Warum haben wir diese Band so lange nicht bemerkt“. Okay, der Name war geläufig, aber in den letzten Jahren häufiger aus dem Fußball, als aus der Musik. So wagen wir uns nun also jungfräulich an Gomez. Der erste Gedanke, „hey, der Sänger Ben Ottwell klingt wie Eddie Vedder“ wurde durch 234.000 Google-Treffer gestützt, unsere erste Einschätzung also treffend. Also weiter so, unsere Meinung, Gomez würden nicht nach Pearl Jam klingen, teilen dann auch nur 26.000 Treffer, 38.400 Treffer behaupten das Gegenteil. Wir bleiben trotzdem bei unserer Meinung.

Klar, auf „A New Tide“ herrscht ein häufig leicht düsterer, crooniger Rock-Sound vor, der sich schon ein wenig in Richtung Grunge orientiert, aber mit Pearl Jam hat das wenig zu tun. Oft genug gemahnen sie mit ihren folkig angehauchten Rock-Stücken nämlich auch an Nick Drake, oder David Gray, etwa im Opener „Mix“. Rock-Poppig mit launigem Piano zeigen sie sich in „Little Pieces“ (das sich übrigens auch in Grey’s Anatomy wieder fand). Einen Rocker mit Hit-Charakter präsentieren sie dann mit „Airstream Driver“, zu einem Zeitpunkt, an dem das Album aus der Leichtigkeit des Anfangs langsam aber sicher in einer dunkleren Psychedelik angelangt ist. Das ist auch die wahre Stärke von „A New Tide“, wie es sich in Wellen aus einer anfänglichen Leichtigkeit zu einem düsterem, beinahe schwermütigen Rock-Album entwickelt und die auftretende Dunkelheit dann immer wieder durch Lichtfetzen, in Form von unbeschwingter guter Laune, wie dem Chor in „Natural Reaction“ konterkariert. Für Gomez Neulinge, die wie wir die Band nach zehn Jahren Geschichte das erste Mal hören also ein guter Einstige, um sich einmal mit dem Back-Katalog zu beschäftigen. Wir geloben Besserung und werden das in Form von „Bring It On“, das scheinbar in jeder Review zu Gomez wegen des Mercury Prize Gewinns erwähnt werden muss, nachholen, sobald wir genug von „A New Tide“ haben.

Das Album im Stream:

A New Tide – Gomez

Gomez
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