Rezensionen

Gliss – Devotion Implosion

Wenn eine Band in diesem Jahr etwas auf sich hält, dann baut sie entweder auf einen angemessenen Folk-Sound, oder auf ordentlich verzerrte Gitarren. Gliss, das multinationale Trio um die Dänin Victoria Cecilia und die beiden US-Amerikaner Martin Klingman und David Reiss hatten das mit den verzerrten Shoegaze-Gitarren schon 2006 auf ihrem Debüt „Love the Virgins“ raus. Damit waren sie vielleicht sogar etwas ihrer Zeit voraus, denn so recht wollte sich in Europa niemand darauf einlassen, der große Hype blieb zumindest aus. Als Support-Act schafften sie es dennoch mittlerweile ins Vorprogramm von Billy Corgan, den Editors, Black Rebel Motorcycle Club und The Raveonettes.

Gerade zu letzteren passen sie wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Genau wie das dänische Duo zeichnen sich Gliss durch Gitarrendistortionen, schleppende und scheppernde Beats und melancholischen Gesang aus. Eine Mischung, die durch unter anderem Bands, wie The Pains Of Being Pure At Heart in diesem Jahr wie gesagt sehr angesagt ist und dem Trio vielleicht zum endgültigen Durchbruch verhelfen könnte. Verdient hätten sie es nämlich. Anders als The Raveonettes gelingen dem Trio mit ihrer Mischung aus Krautrock, Garage und Shoegaze nämlich noch wirklich mitreißende Songs. Besonders, wenn Victoria Cecilia wie im Opener „Morning Light“ die Lead-Vocals übernimmt und den Hörer in eine leicht entrückte Traumwelt entführt. Bei den meisten Songs übernimmt allerdings Martin Klingman die Lead-Vocals. Das ist dann zwar auch gut zu hören, erreicht allerdings nie die Qualität, die Cecilia’s leicht lasziver Gesangsstil besitzt. Dennoch reicht das immer noch, um aus „Devotion Implosion“ ein fuzziges Rockalbum voll schwelgerischer Melodien zu machen, das ideal zum verregneten Herbst passt und vielleicht die ideale Alternative oder auch Ergänzung zum neuen The Raveonettes sein kann.

Rating: ★★★★☆
Gliss

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