Rezensionen

Glasvegas – "EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\"

In unserer Review zum selbstbetitelten Debüt der Schotten von Glasvegas schrieben wir trotz einiger kritischer Beobachtungen über die Band: „ihr Debüt-Album ist einfach viel zu gut, um ihm nicht wenigstens eine Chance zu geben“. Die Chance hat ihr Album bei uns genutzt und läuft seitdem immer wieder dank Hits wie „It’s My Own Cheating Heart That Makes Me Cry“ und „Geraldine“. Live weiß die Band zwar nach wie vor nicht zu überzeugen, dennoch freuten wir uns natürlich sehr, als es nun zwei Jahre nach dem Debüt hieß, dass es einen Nachfolger zu „Glasvegas“ geben wird. Als Produzent wurde Flood verpflichtet, der vor kurzem auch The Pains Of Being Pure At Heart bei ihrem zweiten Album „Belong“ unter die Arme griff.

Das Ergebnis kann sich bekanntlich sehen lassen und der erste Vorgeschmack auf „EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\“ in Form des Songs „The World Is Yours“ wusste dann auch trotz neuer elektronischer Spielereien zu überzeugen. Der Song ist im Grunde eine übliche Glasvegas Hymne mit großer Geste, einer ordentlichen Prise Dramatik und einem tollen Refrain. Auch die erste Single „Euphoria, Take My Hand“ reihte sich fast nahtlos in die Tradition des Debüts ein. Eine sich immer weiter steigernde Gitarrenmelodie, viel Hall und James Allan, der herrlich leidet. Nun ist „EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\“ also da und die Frage, ob Glasvegas damit Euphorie hervorrufen, oder doch das Herz ihrer Fans brechen kann geklärt werden. (Sorry, aber das bot sich halt so gut an). Das Album beginnt mit „Pain Pain Never Again“ – eher ein dreiminütiges Intro als ein wirklich beachtenswerter Song – und geht direkt über in „The World Is Yours“. Die Eröffnung ist also gelungen. Die folgenden „You“ und „Shine Like Stars“ plätschern dann allerdings eher nichtssagend dahin. Trotz dichter Gitarren und einem in den Refrains beherzt schreienden James Allan bleiben die Stücke nicht hängen. Hier sitzt jede Geste und der Song ist perfekt abgemischt, aber bei allem Bombast und Weltschmerz bleibt die Dramatik und das fesselnde Element auf der Strecke. Es wirkt beinahe so, als hätte Flood versucht alle Stücke der Band so glatt getrimmt, dass jegliche Ecken und Kanten, die Stücke, wie „Go Square Go“ auf dem Debüt noch ausmachten, verschwinden. Der Tiefpunkt wird dabei bei der Kitschballade „Whatever Hurts Your Through The Night“ erreicht. Selbst Coldplay würden bei diesem Song die Handbremse ziehen. Warum Flood der Band dennoch zu diesem Stück geraten hat wissen wohl nur die Glaswegians.

Mit „Stronger Than Dirt“ wird man aber schnell wieder versöhnt. Die richtige Dosis Pathos, bombastische Gitarren und ein Refrain, um die Faust in der Tasche zu ballen, oder die Hände in die Luft zu recken. Am Ende steht dann noch die ruhige Piano-Ballade „Change“. Ein ähnlich ruhiger Abschluss, wie „Ice Cream Van“, allerdings am Ende eines deutlich durchwachseneren Albums. Licht und Schatten sind auf „EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\“ sehr nah beieinander. Das Talent von Glasvegas blitzt aber nach wie vor durch und so begnügen wir uns eben mit den lichten Momenten.

Rating: ★★★☆☆
Glasvegas

Glasvegas – Euphoria, Take My Hand

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