Rezensionen

Gil Scott-Heron – I'm New Here

Eigentlich bin ich ja ein Verfechter der Annahme „gute Musik funktioniert immer und zu jedem Anlass, ob man sie nun im Auto hört, beim Putzen, oder bei der Arbeit“. Wie gesagt, eigentlich, es gibt natürlich auch Ausnahmen, denn die Musik eines Gil Schott-Heron funktioniert einfach nicht bei der Arbeit, oder im Auto, geschweige denn beim Putzen. Aber ist sie deshalb keine „gute Musik“? Weiß Gott, nein!

Die Musik des Chicagoer Altmeisters zeichnet sich nämlich auch durch eine hohe poetische, bzw. lyrische Kompenente aus, die sich in einem großen Anteil von Spoken-Words Tracks ausdrückt. Die eignen sich nun einmal nicht zum nebenher hören, die wollen gehört werden und verdienen eine gebührende Aufmerksamkeit des Hörers. Dabei offenbaren sich dann auch die Finessen in Rhythmus und Intonierung, durch die Scott-Heron zurecht als „Pionier des Rap“ (wie ihn sein Label in der Pressemitteilung nennt) bezeichnet werden darf. Musikalisch zeigt sich „I’m New Here“ ähnlich düster, wie Scott-Heron’s tiefer Bariton, mit dem er die Texte vorträgt. Statt Funk und Jazz werden die Stücke musikalisch nun aber größtenteils von dunklen Trip-Hop Sounds untermalt, die Scott-Heron’s Stimme immer viel Platz zur vollen Entfaltung lassen. Ein Album, mit dem Gil Scott-Heron eindrucksvoll zeigt, wie lebendig er und seine Vision von Musik noch ist, nachdem er in den letzten fünfzehn Jahren schon mehrmals gerüchteweise für tot gehalten wurde.

Rating: ★★★★☆
Gil Scott-Heron

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Foto auf Startseite: Mischa Richter

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