Rezensionen

Ghost Of Tom Joad – Matterhorn

matterhorn_coverOkay, Wikipedia aufgeschlagen und nachgeschaut, „das Matterhorn ist mit 4478 Metern Höhe einer der höchsten Berge der Alpen“, ein richtiger Brocken also, der schon viele Menschen und Zivilisationen hat kommen und gehen sehen. Ein Statement zur Zeitlosigkeit und unvorstellbaren Schaffenskraft der Natur, das beweist, dass die Menschheit und unsere Sorgen, weniger als ein Wimpernschlag der Geschichte unseres Planeten sind. Ein Albumtitel also, der schon beinahe zu mächtig und groß für eine Band, wie Ghost Of Tom Joad, die mit ihrem Debüt-Album „No Sleep Until Ostkreuz“ zwar einfach gestrickte aber energiegeladene Punk-Rock Songs präsentierten. Zu Energie kommt nun also auch noch Message? Die Message war schon immer da, denn wo die Kritiker beim Debüt von Punk sprachen erzählten Henning & Co. von Einflüssen wie Bruce Springsteen und Jimmy Eat World. Die These müsste nun also eher heißen, Ghost Of Tom Joad sind bei ihren Einflüssen angekommen. Denn zur Message kommt nun auch der Sound.

Schon der Opener „Through Every Organ“ ist ein Indie-Rocker in bester Jimmy Eat World Tradition, mit nachdenklichen Texten und zurückhaltender Instrumentierung, wie der Start der Bergbesteigung, die Energien werden gesammelt – „It Has To Start Somewhere“ singt die Band hier. Den ersten Höhepunkt erreicht Matterhorn bei „Into The Wild“, ein Gitarren-Pop Sturm der die Gruppe erfasst, das Trio kontert mit einem ihrer bisher stärksten Songs. Dieser Jimmy Eat World Gitarren-Pop setzt sich auf dem größten Teil des Albums genau so fort, aber auch Blackmail und Marr scheinen einen gewissen Einfluss auf den Klang ausgeübt zu haben und so präsentieren sich Ghost Of Tom Joad auf Albumlänge nun spannend und eingängig und nicht, wie noch auf „No Sleep Until Ostkreuz“ zerrockt und langweilig. So können sie nun zu so etwas wie Gipfelstürmern aus Münster werden. „Matterhorn“ zeigt die Band auf einem Niveau, dass sie vermutlich schwer selbst übertreffen wird, wollen wir hoffen, dass ihnen das Schicksal von Lord Francis Douglas, dem die Band den Song „The Body Of Lord Francis Douglas“ widmet und der nach Erreichen des Matterhorn-Gipfels, sozusagen auf dem Höhepunkt seines Schaffens starb.

Video zu „Into The Wild“

httpv://www.youtube.com/watch?v=xSAQ-srg40A

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