Rezensionen

Gemma Ray – The Leader

„Imagine Norah Jones on Amy Whinehouse’s Drugs“ schrieb das Q Magazine über Gemma Ray. Ohne genau zu wissen, auf welche Drogen Amy Whinehouse so setzt, unterstelle ich einfach mal, dass die ohnehin sehr zurückhaltende und ruhige Norah Jones von Amy’s Drogen vollends in einen lethargischen, vermutlich beinahe narkotischen Zustand versetzt würde. Dem Q Magazine aber zu unterstellen, so charmant eine verkappte Kritik an Gemma Ray zu verpacken wäre wohl auch übertrieben.

Absolut richtig ist jedoch der Schluss, dass die Leidenschaft, bzw. das mitreißende Moment, das in den Songs von Amy noch enthalten ist, Gemma Ray in großen Teilen abzugehen scheint. Die Texte von Gemma Ray handeln von den gleichen Themen, wie die der auch vom Label beschworenen Vorbilder, das sind Liebe, Jugenderinnerungen und Selbstzweifel. Vorgetragen werden diese stimmlich durchaus charmant, leicht bluesig und introvertiert brüchig. Anders als die Amy’s und Duffy’s dieser Welt siedelt Gemma Ray musikalisch dabei jedoch viel tiefer im Blues und vor allem Folk, so sehr, dass man bei den besten Momenten des Albums, wie im Song „Eyes and Ears“ teilweise denkt, man hätte es mit einer amerikanischen Künstlerin zu tun, die Aimee Mann mit Nick Cave mischt. In den meisten Momenten plätschert das Album dann jedoch leicht schläfrig und introvertiert ohne große Ausreißer nach oben oder unten vor sich hin. So wirkt „The Leader“ wie Amy Whinehouse auf Valium, immer noch nett zum verträumt unter der Wolldecke vor sich hin sinnieren, aber alles andere als zwingend.

Video zu „Rise Of The Runts“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=VvIUx_mXP4k

Myspace von Gemma Ray
Homepage des Labels

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