Rezensionen

Gang Gang Dance – Eye Contact

Das fünfte Album der New Yorker Gang Gang Dance besticht durch sein schönes Cover, von dem uns ein Insekt anschaut, das über und über mit Wassertropfen geschmückt ist -eine juwelenhafte Erscheinung. Ähnlich glitzernd geht es auch musikalisch zu.

Lautmalerei ist hier das Credo. Es geht um keine eindeutigen und einprägsamen Melodien, sondern um abstrakte Kunst aus Ambient und Electro, angehaucht von traditioneller außereuropäischer Musik (auch Weltmusik genannt). Schon der Opener „Glass Jar“ weist mit seinen stolzen 11:22 Minuten die Richtung. Afrikanische Brechtrommeln durchbrechen die atmosphärische Soundwand, der Gesang erinnert an die hohen Frauenstimmen aus indischen Filmen. Dies kommt besonders im heiteren „Chinese High“ zur Geltung.

„Mind Killa“ ist eine mildere Version von M.I.A. Sehr mitreißend und durch den eingängigen Beat tanzbar. Romantisch und fast R&B-lastig geht es bei „Romance Layers“ zu. R. Kelly lässt grüßen! Weniger abstrakt als der Rest aber auch weniger offensichtlich wie besagter Sänger.

Die drei kürzesten Songs sind ironischerweise mit Unendlichkeitszeichen betitelt und zeigen die Band von ihrer experimentellsten Seite. Sie dienen eher als Brücken, die „Eye Contact“ zusammenhalten.

Ein gewagtes aber trotzdem überraschend ausgewogenes Album.

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