Rezensionen

Future Of The Left – Travels With Myself And Another

Es gibt Musik, die entzieht sich manchmal einer kritischen Betrachtung. Future Of The Left sind eine solche Band, denn hier hat man es mit 2/3 der großartigen McClusky zu tun, einer der einflussreichsten schottischen Alternative-Bands. Dazu kommt eben, dass diese Männer Schotten sind, die muss man einfach nett finden. Das im Hinterkopf versuchen wir uns trotzdem an einer kritischen Betrachtung des zweiten Albums von Future Of The Left. Aber, ein Glück, der hält es stand, war ja zu erwarten, es sind schließlich Schotten und zudem 2/3 von McClusky. Klingt verblendet? Entspricht aber auch einfach den Tatsachen, das Argument ist nämlich ganz einfach, wenn wir, die wir eigentlich nichts mit Noise-Rock zu tun haben uns mit einem Album aus diesem Genre anfreunden können muss da schon was hinter stecken.

Schon der Opener „Arming Eritrea“ knattert mit sägender Gitarre und schepperndem Bass laut voran. Sänger Andy Falkous schreit voller Pathos irgend etwas über einen Rick. Dabei bewegt sich die Band irgendwo zwischen Geschrammel und Melodiösität, die scheint dann aber unter verzerrten Gitarren, lauten Drums und Schreigesang immer wieder nur leicht durch, schafft es dadurch auch die Songs aus dem Alternative-Rock Einheitsbrei raus zu ziehen. In allen Songs dröhnt und scheppert es, mal marschiert die Band zu einem Bass, wie in „The Hope That Huise Built“ und erinnert beinahe an System Of A Down. „Throwing Bricks At Trains“ wirkt dann schon beinahe hymnisch mit seinem Chor und seiner eingängigen Rhythmik. Das bedeutet nicht, dass Future Of The Left nun doch die Biege Richtung Pop oder Indie-Rock kriegen, sie bleiben in ihrem Sound-Universum, lassen Gitarrenriffs auf Schreipassagen folgen, trommeln auf das entsprechende Fell des Hörers ein und bieten auch Songs, die diesen zum Mitgröhlen anregen sollen. Dazu gibt es nicht immer geniale lyrische Ergüsse, aber immerhin Texte, von denen Green Day sich einmal eine Scheibe abschneiden könnten. Insgesamt bieten Future Of The Left also Noise-Rock, den man auch als jemand, der mit dem Genre so gar nichts zu tun hat, mal anhören und dabei Spaß haben kann.

Rating: ★★★½☆
Future Of The Left

Das Album bei Deezer im Stream

Video zu „The Hope That House Built“

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