Rezensionen

Funeral Suits – Lily of the Valley

Funeral Suits - Lily of the Valley

Bei einem Bandnamen, wie Funeral Suits denkt man unweigerlich an blasse Jungs mit dunklen Klamotten und Emofrisen, die dem unsäglichen Genre Emo-Rock frönen und Bands mit Breitwand-Rock-Ambitionen, wie Thirty Seconds To Mars, Bullet for My Valentine und My Chemical Romance nacheifern. Hört man dann jedoch, dass die vier Iren, die sich diesen Namen gegeben haben, niemand geringeren als Stephen Street als Produzenten gewonnen haben, darf man doch hellhörig werden. Der ist nämlich nicht wirklich für Breitwand- oder Emo-Rock bekannt, sondern vor allem für Arbeiten für Blur, Babyshambles, Suede, Kaiser Chiefs, Morrissey und natürlich auch The Smiths. Damit ist er neben Nigel Godrich und Paul Epworth einer der einflussreichsten britischen Produzenten der letzten knapp dreißig Jahre und darf war damit wohl maßgeblich an der Entwicklung des einzigartigen Sounds der britischen Inseln beteiligt. Mit seiner Tätigkeit für Life in Film zeigte er auch unlängst wieder, dass er auch immer noch ein Händchen für junge Bands hat. Und auch auf dem Debüt von Funeral Suits beweist er einmal mehr, dass er es schafft junge Bands dabei zu unterstützen ihren eigenen Sound optimal auf Albumlänge zu bannen, ohne, dass es so wirkt, als hätte ihnen jemand im Studio einen Stempel aufgedrückt.

Dass Funeral Suits auch nur vom Namen her irgendwo in einer Emo-Ecke vermutet werden können, zeigen sie dann auch recht früh auf ihrem Debütalbum „Lily Of The Valley“. Auch wenn das erste Stück gleich das Wort Rache im Titel trägt und mit lauten Gitarren voranprischt, zeigt der Song eher eine rockige Hymne für den Dancefloor. Nach einer Weile setzt die Band nämlich auf ein paar Synthies und unterbricht das Stück für atmosphärische Brüche, die im Emo wohl eher für Gitarrenriffs oder ganz ruhige Momente genutzt würden. Spätestens aber bei „Colour Fade“ dürften Emofans abschalten. Wir hören jedoch genauer hin und bekommen einen bumpernden Dance-Track mit gutem Synthie-Einsatz, viel Hall auf einer tollen Stimme und stimmungsvollem Gitarreneinsatz präsentiert, der ein wenig an Friendly Fires erinnert. Ein Stück, das insgesamt auch ziemlich repräsentativ für das Album ist. Neben erwähnten Dance-Pop-Referenzen auf „Colour Fade“ baut die Band auch noch gern auf Math- und Art-Rock-Elemente und erinnert so teils an Foals, jedoch in einer deutlich druckvolleren Variante. Zutaten, die in er Summe einen kraftvollen Indie-Rock-Sound ergeben, dessen einzige Schwäche der Bandname ist.

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