Rezensionen

Frontier Ruckus – Eternity Of Dimming

Frontier Ruckus - Eternity Of Dimming

Mit Doppelalben ist das ja häufig so eine Sache. Oft weisen sie auf das mangelnde Ab­s­trak­ti­ons­ver­mögen des Künstlers hin und neben ein paar Songperlen gibt es dann viel Füllwerk. Frontier Ruckus aus Michigan haben sich für ihr nunmehr drittes Album „Eternity of Dimming“ dennoch an ein Doppelalbum gewagt. Das Ergebnis sind mehr als 90 Minuten Musik auf zwanzig Songs verteilt. Die Zutaten Gitarre, Gesang, Banjo, Schlagzeug und Akkordeon sind allerdings derzeit, den unsäglichen Mumford & Sons sei dank, so en vogue, das man am liebsten gleich abschalten möchte. 90 Minuten Country-Pop möchte man sich nämlich in Zeiten, in denen dieses Genre so ausgelutscht und von hemdsärmeligen Londonern eintönig totgeprügelt wurde, eigentlich nicht mehr antun. Und dennoch, irgendwie schaffen es die vor zehn Jahren gegründeten Country-Popper von Frontier Ruckus den Hörer nach dem ersten Song noch bei der Stange zu halten. Da kommt der Band vielleicht auch ihre Erfahrung zu Gute. Sie machen diese Art Musik ja nicht erst, seit sie schick ist, sondern seit zehn Jahren Bandgeschichte. Hinzu kommt, dass sie in den USA mit Country und Folk-Rock ganz natürlich groß geworden sind.

So merkt man Frontier Ruckus eine besondere Verbundenheit zu ihrem Ausdruck mit Banjo und Gitarre an. Die Band möchte in der Tradition ihres Sounds Geschichten erzählen. Dafür stampfen sie auch nicht über 90 Minuten den immer gleichen Beat und sparen sich auch große, pathetische Gesten. Die Geschichten über seine Heimat, Liebe, Verlust, Alltag und vieles mehr stehen im Vordergrund und möchten erzählt werden, weshalb man auch alle Lyrics auf der Website der Band findet. Die Instrumente sind dabei unterstützend tätig und verdichten die Geschichten. Refrains sind anscheinend auch nur Beiwerk und sind so spärlich gesät, wie große, hymnische Elemente. Damit stellen sich Frontier Ruckus ganz in die Tradition amerikanischer Alt-Country und Folk-Rock-Bands, wie Wilco, Whiskeytown und The Felice Brothers. Einige schwächere Momente und Durchhänger sind in den zwanzig Songs und den 90 Minuten zwar auch enthalten, das Gesamtwerk entschädigt aber dafür und bietet ein traditionelles Country-Pop-Album, das die Erzähltradition des Genres in die heutige Zeit zu transportieren vermag.


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