Rezensionen

Frightened Rabbit – Pedestrian Verse

Frightened Rabbit - Pedestrian Verse

Seit dem Release ihres zweiten Albums „The Midnight Organ Fight“ geht es für Frightened Rabbit konsequent bergauf. Ein Trend, der sich auch mit Release des dritten Albums „The Winter Of Mixed Drinks“ Anfang 2010 fortsetzte. Kein Wunder also, dass Ende 2010 Atlantic Records seine Fühler ausstreckte und das Quintett unter Vertrag nahm. Manche Bands machen dann ganz schnell und wollen zeitnah ein Album auf dem Major veröffentlichen, um die eigene Musik in die Welt hinauszutragen. Frightened Rabbit ließen sich dann jedoch Zeit und veröffentlichen erst jetzt, mehr als zwei Jahre nach dem Signing ihr Major-Debüt. Einen ersten Vorgeschmack bildete natürlich schon die EP „State Hospital“, die Frightened Rabbit im Herbst veröffentlichten. Das Stück „State Hospital“ hat es jetzt nun auch auf „Pedestrian Verse“ geschafft und spiegelt im Gegensatz zu den anderen Stücken auf „State Hospital“ auch den Sound des Albums wieder. Neu ist neben dem Label auch der Produzent. Nachdem bei den letzten beiden Alben noch The National Produzent Peter Katis an den Reglern saß, haben Frightened Rabbit nun Leo Abrahams beauftragt. Der machte sich bereits einen Namen mit Brian Eno, Imogen Heap, Jarvis Cocker, Carl Barât und Paul Simon.

Einiges Neues also bei unserem liebsten Quintett aus Selkirk. Aber, wie bereits das Konzert der Band Ende September in Köln und die „State Hospital“ EP bewies, der Sound von Frightened Rabbit ist unverkennbar geblieben. Das zeigt schon der Opener „Acts Of Man“. Zu einer kleinen Klaviermelodie singt Scott mit hoher Stimme und stimmt den Hörer langsam auf das Album ein. Mit fortlaufender Dauer gesellen sich Drums, Gitarren und kleinere Spielereien hinzu. Die Stimmung wird immer weiter verdichtet, um gegen Ende mit einem tollen Gitarrenriff langsam auszuklingen. Mit „Backyard Skulls“ nimmt „Pedestrian Verse“ dann richtig Fahrt auf. Neben dem üblichen dichten Gitarrensound der Band hat sich nun auch eine kleine Keyboard-Melodie geschlichen. Überhaupt wird spätestens hier klar, dass die letzte Spur von Folk nun eher dem Gitarrenpop-Sound von The National gewichen ist. Dieser Sound angereichert mit der warmen, weltumarmenden Stimme von Scott Hutchison und einer gewissen Dringlichkeit in der Melodie ergibt einen Song, der die Sonne im Herzen aufgehen lässt.

Überhaupt setzt sich auf „Pedestrian Verse“ der Trend von „The Winter Of Mixed Drinks“ fort. Frightened Rabbit sind nicht mehr grundtraurig, sondern leben nun von einer tief verwurzelten positiveren Weltanschauung. In die passen auch mal düstere und traurige Themen, aber immer schwingt diese versöhnliche Note mit. Das ergibt ein Dutzend Songs, die sich anfühlen wie eine warme Umarmung, die dir sagt: „Egal wie scheiße dein Tag ist, es wird wieder besser werden!“ Das nimmt man den Schotten ab und es passt einfach zu ihrer Wirkung, die sie auch live haben. Ihre Shows leben von der starken Verbindung mit dem Publikum und der extremen Direktheit. Songs wie „Late March, Death March“ und „Dead Now“ vermitteln direkt beim Hören auch schon diese Herzlichkeit und Verbundenheit. Für die dramatischeren Momente und größeren Gesten haben Frightened Rabbit natürlich auch wieder gesorgt. „State Hospital“ ist so ein Song, der mit seiner großen Dramaturgie durch Mark und Bein geht, „December’s Tradition“ bietet gegen Ende einen dramatischen Chor auf und „Nitrous Gas“ lässt die berührenden Momente zu, für die etwa auch das Stück „Poke“ steht. Das macht alles in allem wieder ein mehr als rundes Album, das eine Weiterentwicklung von Frightened Rabbit zeigt, die auch wieder beweist, dass ein Release auf einem Major nichts Schlechtes sein muss. Denn wirklich kommerziell, massenkompatible Songs der Marke Mumford & Sons oder Snow Patrol sucht man bei Frightened Rabbit nach wie vor vergebens.


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  1. […] Frightened Rabbit – Pedestrian Verse […]

    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:04 pm

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