Rezensionen

Friendly Fires – Pala

Die Kollegen von Rote Raupe haben den Albumtitel des zweiten Friendly Fires Albums perfekt erklärt: „benannt nach dem Roman „Eiland“ von Aldous Huxley, in dem der britische Schriftsteller das Paradies entwirft: Auf der Insel Pala lebt eine Gesellschaft dank Drogen, Sex und Freiheit, in perfekter Harmonie, wird am Ende allerdings von einer fremden Armee zerstört. Genau da knüpft der Albumtitel an: Alles Schöne ist vergänglich. Genieße den Moment.“ Und wo konnten Friendly Fires den Moment schon immer am besten genießen? Natürlich auf der Tanzfläche.

Da zieht dann auch gleich der Opener hin. „Live Those Days Tonight“ wird begleitet von wabernden Synthies und einem immer bis zur Ekstase skandierten Refrain und lädt in knapp 5 Minuten dazu ein, den Moment voll auszukosten. Neben 80ies Klängen die sich immer wieder bei Tears For Fears und Kraftwerk bedienen, mischen Friendly Fires auch immer wieder Afrobeats in ihre Songs und erschaffernde schillernd stampfende Pop-Hymnen für die Tanzfläche. So war der Anspruch von Ed McFarlane und seinen Jungs an Album Nr. 2 vielleicht ein tiefergehender Ansatz, die Stücke sind aber noch eine Spur glatter und poppiger geraten, als noch auf ihrem Debüt und mit „Hurting“ gibt es sogar Pop-Hymnen, die sich für exzessives Radio-Airplay eignen. Aber das passt ja auch zum Eingangssatz der Pressenotiz, da heißt es nämlich „Wir hatten ein simples Ziel für dieses Album. Es sollte ein buntes Pop-Album werden.“ Zeil erreicht. Zwar geht das teilweise auf Kosten der Tiefe und Sperrigkeit, die noch ihr Debüt auszeichnete, aber für einen kurzen Moment erschaffen Friendly Fires ein schillerndes Pop-Universum, in das man gerne mal flüchtet.

Rating: ★★★½☆
Friendly Fires

Facebook // Homepage // Myspace // Label

Discussion

Comments are closed.

Archive