Rezensionen

Freelance Whales – Diluvia

Freelance Whales - Diluvia

Etwa zwei Jahre sind seit dem Release des Freelance Whales Debüts „Weathervanes“ vergangen. Damals hatte das Album bereits eine kleine Weile gebraucht, bis es bei uns angekommen war. Zunächst veröffentlichten es die Brooklyner Indie-Popper Ende 2009 auf eigene Faust, bevor ein halbes Jahr später French Kiss Records die gesamten Staaten und noch ein halbes Jahr später Sony Music Europa mit dem Album beglückten. Ähnlich könnte es auch jetzt mit ALbum Nummer 2 „Diluvia“ verlaufen. Die Brooklyner sind mittlerweile bei Mom & Pop Records untergekommen und dort Labelmates von Metric und Animal Kingdom. Ein Europarelease steht leider noch nicht fest. Das bedeutet auch, dass die Band trotz äußerst positiver Kritiken zu ihrem Debüt weiterhin auf Empfehlungen angewiesen sind. Dabei zeigen sich Freelance Whales auch im zweiten Anlauf wieder einmal als extrem melodieverliebt und einem großen Talent für athmosphärische Popsongs. Dabei wird recht schnell der Unterschied zu ihrem Debüt „Weathervanes“ deutlich. Wo die Brooklyner vor drei Jahren noch eingängige Melodien mit einigen Hooks zu wundervoll verträumten Popsongs zusammenschraubten, haben sie nun ihr Augenmerk auf die langsame Entwicklung von Melodien zu athmosphärischen Klangerlebnissen gelegt.

Die wichtigste Referenz dürfte dabei wohl ein gewisser Sufjan Stevens sein. Langsam baut die Band im Opener „Aelous“ ein langsames Stück auf, das sich mit ruhigen Gitarren und repetitivem Glockenspiel hübsch entfaltet. Die bekannten „Uhuuuh Uhuuuh“-Chöre erzeugen eine für Freelance Whales typisch verträumte Stimmung. Den leicht spookigen Charakter von „Weathervanes“ sucht man allerdings vergebens. Das bleibt auch in der Folge so. Häufig beschränken sich Freelance Whales darauf ihre Songs entspannt aufzubauen und eine Klangschicht über die nächste zu türmen. Die junge Band fordert nun deutlich mehr Aufmerksamkeit von ihrem Hörer. Die wird aber auch belohnt mit einer Schwemme hübscher kleiner Ideen, von denen man beim zweiten, dritten und vierten Hören immer mehr entdeckt. Direkte Hits fehlen daher aber fast vollständig. Die Single „Spitting Image“ weiß mit schnelleren Rhythmen ein wenig mitzureißen und erinnert ein wenig an die Briten von Let’s Buy Happiness. Bei „Locked Out“ rufen Freelance Whales dann sogar ein wenig Erinnerungen an die in der Versenkung verschwundenen Pete and the Pirates hervor. Alles nicht schlecht und sicherlich wieder ein Ausrufezeichen einer Band, die wohl leider nie so wirklich den Weg über den großen Teich finden wird.

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