Rezensionen

Franz Ferdinand – Right Thoughts, Right Words, Right Action

Franz Ferdinand - Right Thoughts, Right Words, Right Action

Da sind sie also wieder. Zwölf Jahre nach ihrer Gründung und vier Jahre nach ihrem letzten Album veröffentlichen Franz Ferdinand mit „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ ihr nunmehr viertes Album. Denkt man neun Jahre zurück, waren Franz Ferdinand wohl die damals heißeste britische Rock-Band und wohl die erfolgreichste Band des damaligen Post-Punk-Revivals, die uns neben der in Glasgow gegründeten Band noch Bands, wie Maximo Park, The Rakes, The Futureheads, Bloc Party und die Kaiser Chiefs bescherte. Bands, die wir genau in dieser Reihenfolge schätzen und von denen eine auch bereits das Zeitliche segnete. Mit Franz Ferdinand wurden wir nie so richtig warm. Klar boten sie einige stampfende Indie-Hits und mit ihrem zweiten Album „You Could Have It So Much Better“ ein durchaus unterhaltsames Werk. Der Sound der Band wirkte aber immer ein wenig zu durchgestylt und kalkuliert. Nicht von Labelbossen, sondern von der Band, die genau zu wissen scheint, wie sie welche Wirkung erzielt und dabei noch möglichst arty wirkt. Eine Einstellung, die sie zwar in „Do You Want To?“ seinerzeit ironisch mit dem Satz „I love your friends they’re all so arty“ verarbeiteten, dennoch halt es bis heute als Selbstbeschreibung im Kopf nach.

Ihr neuestes Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ beginnt die Band direkt mit dem Titeltrack. „Right Action“ ist ein zackiger Hit für die Indie-Disco mit einem Refrain, der zum mitgröhlen einlädt. Kapranos singt gewohnt affektiert und erzählend und leitet untermalt von Handclaps und repetitiven Beats durch das Stück. Ein gar nicht mal schlechter Einstieg, der direkt durch das folgende „Evil Eye“ getrübt wird. Eine tapsende Bassline trifft auf verwinkelte Gesangslinien und leicht verwirrt wirkende Gitarrenlinien. Ein Song, der ins Nichts führt und es nicht schafft einen roten Faden zu finden oder dem Hörer das Fragezeichen aus dem Gesicht zu zaubern. Franz Ferdinand wollten hier anscheinend einiges, bieten aber nichts. Anders bei „Love Illumination“. Ein fetziger Indie-Rock-Song, der sich anhört, wie eine B-Seite zum Debüt der Band. So dürfte es weiter gehen. Tut’s aber nicht. Stattdessen gniedelt sich die Band teilweise durch die folgenden Stücke. Bietet zum Beispiel mit „Fresh Strawberries“ einen leicht kitschig angehauchten Pop-Song mit hoher Gesangslinie im Refrain. in „Treason! Animals.“ bietet die Band dann Orgelsounds und dunkle Beats auf, dreht sich dabei aber um sich selbst im Kreis und vergisst irgend eine interessante Note zu bieten. Stattdessen plätschert der Song vor sich hin und ist zum Glück nach vier Minuten vorbei. „Goodbye Lovers and Friends“ ist dann am Ende eine leicht schiefe Mid-Tempo-Nummer, die eigentlich nur durch den vielsagenden Titel interessant ist, wir wollen hier aber mal nichts heraufbeschwören.

 

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