Rezensionen

Fran Healy – Wreckorder

Foto: Pressefreigabe

Mit ihrem Album „Ode To J. Smith“ feierten Travis ein fulminantes Comeback bei allen Kritikern, die ihr Album „The Boy with No Name“ als großen Ausschlag nach unten empfanden. Fans hielten ihnen dennoch die Treue und freuten sich bei „Ode To J. Smith“ eher über andere Facetten der Band, die ihre alten Vorlieben für elektrische Gitarren und rockige Nummern wieder entdeckte. Mit „Song To Self“ war aber auch wieder eine dieser üblichen Travis Schmachtnummern dabei, bei denen Sänger Fran Healy tief in die Melancholie-Trickkiste greift. Nach dem großen Erfolg mit ihrem neuesten Album tourte die Band wieder lange und entschloss sich dann zu einer Pause, um sich um ihre Familien zu kümmern. Fran Healy schien aber in dieser Zeit die Kreativität nicht losgelassen zu haben und so werkelte er an Solo-Material. Dafür lud er sich seine Nachbarjungs ins Studio und auch Promis, wie Neko Case und Paul McCartney.

Die Frage wie Fran Healy wohl solo klingt wird dann schnell im Opener beantwortet. Dort zeigt er sich von der sanften Seite mit Klavier und seiner markanten melancholischen Stimme. Der Song „In The Morning“ entwickelt sich mit sanften Geigen und der typischen Dramatik einer guten Travis Ballade. Am aufgeräumt und ruhig erzählten „Anything“ gibt es eigentlich auch nichts auszusetzen, Fran jammert hübsch im Refrain und dürfte damit alte Travis Anhänger verzaubern. Beim Duett mit Neko Case, „Sing Me To Sleep“ fragt man sich jedoch, wie es zwei so hochkarätige Musiker gemeinsam schaffen einen solchen Totalausfall als Song zu fabrizieren. Die Nummer plätschert mit langsamem Rhythmus dahin, die Lyrics sind nichtssagend und die Einsätze von Neko Case verfügen dann eher fast über Nerv-, als Unterhaltungsfaktor. Ein Stück, dass man schnell vergessen sollte. Überhaupt sollte man die Kollaborationen auf „Wreckorder“ eher schnell überspringen, denn auch „As It Comes“ mit Paul McCartney verdient eher die Note „seltsam“. Die Klaviermelodie verirrt sich auf dem Weg zum Refrain, der Bass ist gut, klar, vermag der ins nichts führenden Melodie des Songs aber auch nicht zu Qualität zu verhelfen. Die Highlights findet man eher in den typischen Travis-Momenten, wie etwa dem unaufdringlich erzählenden „Fly In The Ointment“, oder dem herrlich schmachtenden „Buttercups“. Die richtig magischen Momente, die man vom Songwriting von Fran Healy gewohnt ist, bleiben jedoch aus, so dass „Wreckorder“ leider auch weit davon entfernt ist, ein Must für Fans zu werden. Dafür führen die negativen Ausschläge zu sehr ins Nichts und sind zu gewollt anders, als Travis, als dass sie wirklich einen bleibenden oder auch nur ansatzweise positiven Eindruck hinterlassen könnten. Travis Fans warten wohl einfach lieber auf das nächste Travis Album, das trotz Solo-Ausflug hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen wird.

Rating: ★★½☆☆
Fran Healy

Blog // Myspace

Discussion

Comments are closed.

Archive