Rezensionen

Foals – What Went Down

Foals – What Went Down

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass sich in Oxford fünf Musiker aus den Überbleibseln der lokalen Bands The Edmund Fitzgerald und Youthmovies zusammenschlossen und Foals gründeten. Der Rest ist eine dieser typischen britischen Erfolgsgeschichten um milchgesichtige Jungs, die plötzlich Rockstars sind. Die Erfolgskurve von Foals zeigt seitdem nur noch nach oben und erreichte vor zwei Jahren mit dem von Flood und Alan Moulder produzieren dritten Album „Holy Fire“ ihren vorzeitigen Höhepunkt.

Platz 2 in den Charts und eine erneute Gold-Auszeichnung waren der kommerzielle Beleg für den Erfolg der Foals, durchwachsene Kritiken und eine enttäuschte Fanbasis die Kehrseite der Medaille. Das liegt aber nicht daran, dass sich die Band irgendwie einem kommerziellen Trend unterworfen hätte, sondern schon seit dem zweiten Album „Total Life Forever“ macht was sie will, egal, was Fans oder Kritiker von der Band erwarten. Der Erfolg gibt ihnen Recht, eine klare Linie fehlte dadurch allerdings. So sehr, dass selbst ein roter Faden auf den letzten Alben nicht wirklich erkennbar war.

Das führt auch zu einem seltsamen Verhältnis der Foals zu ihren Fans, das man fast nirgendwo in so einer Form wahrnimmt. Die Fans der Band wirken nämlich extrem kritisch und analysieren teils jeden Soundfitzel so stark, wie es vielleicht nicht einmal die Band selbst bei den Aufnahmen tut. Das wird sich sicher auch mit „What Went Down“, dem vierten Album der Foals, das von James Ford (Simian Mobile Disco) produziert wurde, nicht ändern. Das ist aber auch gut so, denn Foals scheinen aus diesem Verhältnis ihre Kraft zu beziehen und scheinen gezielt Songs zu schreiben, mit denen sie zum Einen ihre Vision erfüllen und mit der sie, zum Anderen, im besten Fall, bei Fans und Kritikern anecken können.

Gleich der Titeltrack und Opener von „What Went Down“ birgt dafür viel Potential in sich. Ein kraftstrotzender Rocksong mit Noise-Elementen und Anleihen bei Kasabian, der im krassen Gegensatz zum fein gegliederten Math-Pop des Debüts steht. Doch steht dieser Sound der Band gut zu Gesicht und sorgt dafür, dass Foals einen Hit im Gepäck haben, den sie seit „Spanish Sahara“ nicht mehr kreieren konnten. Das bedeutet nun aber keinesfalls, dass Foals unter die Stadionrocker gehen. Das Ziel der Band ist nämlich auch auf „What Went Down“ wieder eine große Vielfalt im Sound zu erreichen. An dichte, brachiale Rocksongs mit Kraut-Rock-Elementen, reihen sie im nächsten Moment sphärische Stücke mit luftigen Klangteppichen und elektronische Spielereien („Albatross“) und Synth-Pop mit gewissen Soul-Einlagen („Give It All“). So gegensätzlich das klingt, sorgen diese Brüche und Gegensätze erst für die Spannung und erstmals auch einen nachvollziehbaren roten Faden seit dem so erfolgreichen Debüt. Dem Fazit, „Wer das Debüt Antidotes liebt, muss What Went Down hassen“, das die Kollegen von Spex zogen, können wir uns deshalb nicht anschließen und freuen uns darüber, dass die Foals die Kritik von Fans und Kritikern als Antrieb nehmen und weiterhin so viel Spaß an Experimenten haben.


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