Rezensionen

Foals – Holy Fire

Foals - Holy Fire

Man kann ja von den britischen Indie-Rockern von Foals halten, was man will, aber ein Händchen für die Produzentenwahl haben sie auf alle Fälle. Zumindest haben sie ein Talent dafür, sich namhafte und verdiente Musiker hinter’s Mischpult holen zu können. Bei ihrem wirklich gelungenen Debüt „Antidotes“ gewannen sie niemand geringeren als Dave Sitek, Mitglied von TV on the Radio und Produzent von Yeah Yeah Yeahs, Beady Eye und Liars. Bei ihrem zweiten Album „Total Life Forever“, das mit „Spanish Sahara“ zwar einen wuchtigen Knaller drauf hatte, das aber sonst recht uninspiriert daherplätscherte, arbeiteten sie dann mit Luke Smith zusammen, der zwar keine sonderliche Bekanntheit erlangt hat, aber mit seiner Band Clor 2005 ein wirklich tolles Album veröffentlichte. Bei Album Nummer 3 „Holy Fire“ haben sich Foals nun anscheinend gedacht, große Namen kommen gut, also haben sie gleich ein Produzentenduo verpflichtet, das die Musikgeschichte der letzten 30 Jahre in seiner Klientenliste vereint. Die Rede ist von Flood und Alan Moulder , die bereits mit Depeche Mode, The Jesus and Mary Chain, Curve, My Bloody Valentine, Placebo,The Killers, Nine Inch Nails, The Smashing Pumpkins, Interpol, Foo Fighters, New Order, U2 und Nine Inch Nails arbeiteten.

Herausgekommen sind elf Songs, die nichts mit den Referenzen des Produzentenduos zu tun haben, sondern vor allem eine Weiterentwicklung des Foals Sounds zeigen. Das Quintett hatte auf „Total Life Forever“ bereits seine Hibbeligkeit und die Math-Rock-Elemente eingebüßt und durch ein wenig frickeln und sphärische Soundbretter ersetzt. Das haben Foals nun auch auf „Holy Fire“ wieder getan. Der Opener „Prelude“ beginnt bedächtig und baut Spannung auf. Ein Gitarrenriff pluckert zu elektrischen Spielereien und hintergründigen Gesangsspuren aus den Boxen. Ein Song zum Aufwärmen, aber auch ein wenig pures Füllmaterial. Die erste Single „Inhaler“ bietet dafür schon mehr Unterhaltung. Das Riff vom Opener wird aufgenommen und mit tanzbaren Beats und dem typischen Gesang von Yannis Philippakis vermischt. Herauskommt zunächst ein smoother Discosong, der gegen Ende noch mit einer wuchtigen Gitarrenwand angereichert wird und auf diese Art richtig Aufmerksamkeit erzeugt.

„My Number“ ist dann leider eine eher durchschnittliche Elektro-Pop-Nummer mit Kopfstimme und Dance-Beat. Sicherlich ein Indie-Disco-Hit, allerdings auch nicht viel einfallsreicher, als die Songs des Two Door Cinema Club. „Bad Habit“ und „Everytime“ im Anschluss sind dann wirklich nett gemachte, sphärische Mid-Tempo-Nummern zum abschalten und schwelgen. Bei „Late Night“ haben sich Foals dann bei Phoenix bedient und bieten eine langsam tänzelnde Nummer auf. Von Phoenix haben wir solche Nummern allerdings auch schon besser gehört. Das ist auch das Problem von „Holy Fire“, Foals gelingt es nämlich mit keinem anderen Song die Aufmerksamkeit zu erzeugen, mit der sie das Album bei „Inhaler“ eröffnet haben. Die Songs explodieren zwar stellenweise auch gegen Ende, größtenteils tänzeln sie aber mit pluckernden Beats und hohen Gitarrenriffs im Mid-Tempo-Bereich vor sich hin, ohne wirklich auszubrechen und zu fesseln. So liefern Foals mit „Holy Fire“ den Beleg, dass große Namen allein noch kein großes Album machen, auch wenn die Rezeptur bei „Antidotes“ noch geklappt hat.

 Mehr Videos von Foals gibt es hier auf tape.tv!

Facebook // Myspace // Homepage // Label

Musik von Foals bei Amazon.de kaufen

Discussion

  1. […] Happen 43 Dutch Uncles – Out Of Touch In The Wild 44 Summer Camp – Summer Camp (s/t) 45 Foals – Holy Fire 46 Mozes And The Firstborn – Mozes And The Firstborn (s/t) 47 The Staves – Dead & […]

    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:11 pm

Archive