Rezensionen

First Aid Kit – The Lion’s Roar

First Aid Kit

Vor relativ genau zwei Jahren schrieben wir sinngemäß über „The Big Black And The Blue“, das Debüt der beiden Schwedinnen von First Aid Kit: “ diese Mädels haben nicht nur tolle Coverversionen der Fleet Foxes, sondern auch ganz eigenes Folksongs zum schwelgen und träumen. […] Mit schönen Gesangsmelodien, tollem Erzählstil und einem guten Gespür für Nummern mit einer wunderbar herzerwärmenden Note“. Wir waren natürlich nicht die einzigen, die das so sahen und so durften die beiden schwedischen Schwestern Klara und Johanna Söderberg sich über einen Hype freuen und mit ihren zeitlosen Songs die ganze Welt betouren. Dabei machten sie unter anderem auch Bekanntschaft mit Saddle Creek und Bright Eyes Legende Mike Mogis, den sie auch als Produzent für ihr zweites Album gewinnen konnten.

Aufgenommen wurde „The Lion’s Roar“ dann auch direkt in Omaha in Mike’s Studio. Mit dabei Vater Benkt am Bass und eine Reihe verschiedener Saddle Creek Musiker an diversen anderen Instrumenten. Überhaupt scheinen große Namen einen Narren an diesem Duo gefressen zu haben. Von The Knife wurden sie für ihr Label gewonnen, Jack White wollte sie für eine Coverversion haben, The Felice Brothers für ihr Album und Lykke-Li als Support. Und dieses ganze hofieren durch größere Namen scheint den Beiden nicht geschadet zu haben. Denn „The Lion’s Roar“, dass First Aid Kit fast komplett auf Tour schrieben und fertigstellten, bevor sie überhaupt einmal in Amerika waren, kann sich wirklich sehen, bzw. hören lassen. Die Schwestern besitzen ein ungeheuer reifes Songwriting, mit dem sie wirklich fesselnde und herrlich altmodische Folk-Songs erschaffen. Der Opener und namensgebende Titel ist dafür das beste Beispiel. Tolle Gesangsharmonien gepaart mit gekonnter Instrumentierung. Ein schörkelloser, gelungener Folk-Song, von dessen Sorte es auf „The Lion’s Roar“ gleich zehn gibt. Mittlerweile kann man First Aid Kit auch attestieren, dass sich nun ihre Vorbilder, die Fleet Foxes eine Scheibe bei ihnen abschneiden könnten. Deren zweites Album „Helplessness Blues“ wusste uns nämlich bei weitem nicht derart zu überzeugen und zeigte auch keine solche Entwicklung, wie wir sie bei First Aid Kit erleben dürfen. Und, um noch einmal auf die großen Namen zurückzukommen: Wer Conor Oberst als Gastmusiker auf seinem Album begrüßen darf, der muss wirklich Potential haben.

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