Rezensionen

Final Fantasy – Spectrum, 14th Century

In Form einer EP ist „Spectrum, 14th Century“ der erste Streich des Kanadiers Owen Pallett nach seinem letzten Album „He Poos Clouds“. Wie schon in vorhergehenden Interviews angekündigt, kommt die EP nicht nur mit einem anderen Sound als das letzte Album daher, man fragt sich zusätzlich auch noch, ob man im Wald stünde – ganz positiv gemeint, denn das erste, was das Ohr umschmeichelt ist wohliges Vogelgezwitscher. Keine Überraschung, hat Pallett doch die EP zusammen mit Mitgliedern von Beirut in der freien Natur aufgenommen.

Ganz so ruhig und unscheinbar ist der erste der fünf Songs „Oh Spectrum“ dann jedoch nicht. Ein wenig schräg, in Gesang und Klangfarbe und zu Recht hat man manchmal den Eindruck, vielleicht in einem Cartoon des Künstlers zu stecken. Im Gegensatz zu „He Poos Clouds“ malt Owen Pallett auf „Spectrum, 14th Century“ wieder einmal Klanglandschaften, die fast nahtlos ineinander übergehen – wie „Oh, Spectrum“ kaum merkbar in „Blue Imelda“ endet bzw. sogar eine Art Intro des Songs darstellt. Die schrägen Klänge haben ein Ende, der Wald ist zwar immer noch da, nun werden die Vögel jedoch von leichtem Chorgesang begleitet, der anders als man vermuten mag, alles andere als kitschig ist. „Cockatrice“ ist leicht, die Stimme des Sängers leicht blechern im Hintergrund, süße Klänge, ein dringliches Schlagzeug, die liebliche Violine… Final Fantasy könnte kaum schöner sein. Das Herz geht einem förmlich auf, wenn man es wagt sich die Performance live vorzustellen. „The Ballad Of No-Face“ – wenn man das überhaupt sagen kann – kommt wohl am bedrohlichsten, bzw. traurigsten daher. Das Augenmerk liegt das erste Mal wirklich auf der Stimme Owen Palletts’, auf dem Text – die Instrumente unterstreichen nur, sie erzählen nicht. Doch was wäre diese EP, wenn sich nicht auch hier gegen Ende des Songs ein unbeschwertes Piano in den Gehörgang schleichen und Vogelgezwitscher den Song abschließen würde. Das fast überraschende der EP Ende ist dann mit „The Butcher“ erreicht. Mit erneuter Leichtigkeit und engelsgleicher Stimme vorgetragen, am Meisten an die Songs des 2006 erschienenen Albums „He Poos Clouds“ erinnernd, wird man in die gewohnte Welt Final Fantasy’s hineingezogen – Gänsehautfaktor auf einer Skala von 1 -10, wobei 10 das Höchste ist, eine klare 99. Warum nur 99? Weil am 21. Oktober die zweite EP „Plays To Please“ erscheinen wird und man möchte doch noch Raum nach oben hin offen halten.

Video zu „The Butcher“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=JeLYlH6XEZs

Final Fantasy Myspace
Foto: Ariane WhiteTapes

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