Rezensionen

Fight Like Apes – Fight Like Apes and the Mystery of the Golden Medallion

Wer bisher dachte, Noise-Pop im Stil von Los Campesinos! und Johnny Foreigner funktioniert nur mit auch ordentlich lauten Gitarren, der hat sich getäuscht. Den Gegenbeweis treten nämlich Fight Like Apes aus Dublin an. Die sind ein Quartett bestehend aus MayKay an Vocals/Synths/Recorder, Pockets an Synths/Samples/Vocals, Tom am Bass und Adrian and den Drums. Gitarren werden eh überschätzt und Krach kann man auch mit den eigenen Zutaten machen. Die Zutaten kamen so gut an, dass sie im Frühjahr 2008 nach einer gefeierten EP von Model Citizen Records einen Vertrag für ihr Debüt-Album erhielten, um nach Seatlle geflogen zu werden, wo sie zusammen mit John Goodsmanson ihr Album einspielten.

Die Wahl des Produzenten dürfte in diesem Fall wohl als bezeichnend empfunden werden, zeichnet der sich doch auch für die Alben von Los Campesinos! und der Garagen-Hoffnung Sky Larkin verwantwortlich. Und ja, Vergleiche zu beiden Bands lassen sich durchaus ziehen, noch mehr aber zu Johnny Foreigner, das ist aber in Ordnung, mit denen sind ja schließlich beide auch befreundet. Das Merkmal, das bei den Songs von Fight Like Apes am Meisten heraussticht ist der Gesang von MayKay, die in bester Girl-Punk Manier ihre Gesangsparts nur so raus rotzt. Das ist allerdings stellenweise recht gewöhnungsbedürftig, weil sie wirklich 1 zu 1 an eine dieser Girl-Punk Bands irgendwo aus den 90ern erinnert. Hat man sich allerdings eingehört und ihr Quietschen zu schätzen gelernt, kann man sich auf Noise-Pop erster Güte gefasst machen. Da kommen dann in die Schublade noch Dananananaykroyd hinzu und fertig ist die Referenzkiste. Ganz so einfach machen es einem Fight Like Apes natürlich dann doch nicht. Da fehlt dann nämlich natürlich die Gitarre, diesen „Mangel“ machen sie allerdings durch donnernde Drums und scheppernde Bässe wieder weg. Ganz ohne Keyboards und Synthies wäre das natürlich höchst langweilig, die sind aber da und erschaffen quietschfidele Melodien. Aber auch, wenn die Band mal das Tempo etwas rausnimmt und MayKay sich stimmlich etwas näher ans Singen begibt machen die Songs Laune. Die dreiminütigen Noise-Popper sind in der Summe so etwas wie ein Musikgewordenes Monkey Island. Schrill, bunt, überraschend und absolut spaßig.

Rating: ★★★★☆
Fight Like Apes
Video zu „Tie me up with Jackets“

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