Rezensionen

Field Music – Field Music (Measure)

Es gibt da ja eine altbekannte Redensart, die lautet, „zu viele Köche verderben den Brei“. Deshalb setzen die beiden Brüder David und Peter Brewis bei ihren Projekten eigentlich vor allem auch immer auf eines, nämlich sich selbst. So spielten sie zunächst als Field Music zwei Alben zusammen noch mit Drummer Andrew Moore ein, bevor sie 2007 das Projekt Field Music auf unbestimmte Zeit auf Eis legten. In der Zwischenzeit kümmerten sie sich um Nebenprojekte. Gitarrist David Brewis veröffentlichte Anfang 2008 das Album „Sea From Shore“ unter dem Projektnamen School Of Language und ließ sich dabei an Drums und Keyboard von seinem Bruder Peter unterstützen. Bestimmen durfte er. Für das nächste Projekt tauschten sie die Rollen, Ende 2009 veröffentlichte nämlich Peter Brewis ein Album seines Nebenprojekts The Week That Was. Bei dem wurde er dann an der Gitarre von seinem jüngeren Bruder David unterstützt. Auf Tour gingen die beiden auch jeweils zusammen. Stellte sich natürlich die Frage, warum nicht einmal wieder etwas als Field Music machen?

Also wurde das Projekt Field Music dann nach zwei Jahren Pause im letzten Jahr wiederbelebt. Im dritten Anlauf allerdings ohne Andrew Moore, der macht eine Ausbildung zum Koch. Also spielte Peter Brewis die Drums einfach selbst ein, als Multiinstrumentalist natürlich kein Problem. Das Songwriting teilten sich die Brewis Brüder nun (ähem) brüderlich und nahmen im Wechsel den Kochlöffel in die Hand. Das ist wörtlich so zu verstehen, denn laut eigenen Aussagen war es beiden immer ein K(r)ampf, zusammen Songs zu schreiben, so bestimmte nun jeder für sich, wie der selbst geschriebene Song zu klingen hat und umgesetzt wird, ohne, dass der jeweils andere sich einmischt. Tipps geben war natürlich erlaubt. Also bereiteten die Beiden aus jeweils unterschiedlichen Zutaten ein zwanzig Songs umfassendes Süppchen. Das schmeckt dann natürlich wie von Field Music gewohnt absolut harmonisch. Was auch daran liegt, dass das Duo trotz unterschiedlichem Songwriting ein Ziel vor Augen hatte, ein gemeinsames Album nämlich. Wie das von den Meisterköchen Brewis zu erwarten war sind die Stücke auf „Field Music (Measure)“ eher Feinschmeckerkost, als schnell verdauliches Fast Food. Die zwanzig Indie-Pop-Kleinode wollen erschmeckt werden. Unterschiedlichste Nuancen und raffinierte, gut durchdachte Rezepturen sorgen für ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Die Melodien sind vertrackt und nicht immer einfach, wissen aber mit zuckersüßen Details, wie hübschen Streichern, oder tanzbaren Rhythmen aufzuwarten. Dabei als Markenzeichen immer der unverkennbare, stark Akzent geschwängerte Gesang von Peter und David und je nach Song das ausgefeilte Gitarrenspiel von David und die ausgefuchste Rhythmus-Arbeit von Peter. Sicherlich ist „Field Music (Measure)“ mit zwanzig Songs alles andere als ein Häppchen, dennoch ein wahrer Hochgenuss für anspruchsvolle Geschmäcker.

Rating: ★★★★½
Field Music
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