Rezensionen

Field Music – Commontime

Field Music - Commontime

So etwas wie Pause kennen Field Music ja bekanntlich eigentlich nicht, obwohl die Band eine solche recht regelmäßig ankündigt. So bereits vor ihrem vierten Album „Plumb“ und ebenfalls nach dem Release dieses Werks und der anschließenden Europa-Tour. Das Wort Pause ist bei den Brewis Brüdern aber so zu verstehen, dass man sich jeweils anderen Projekten widmet und auch das nächste Field Music Album vorbereitet. So erschien mit „Old Fears“ ein neues Album vom David Brewis‘ Nebenprojekt School Of Language (bei dem natürlich auch Peter Brewis mit von der Partie war). Auch für die Produktion des fündten Maxïmo Park Albums „Too Much Information“ fanden sie sich in ihrem Studio in Sunderland wieder. Dort nahm Peter Brewis dann auch noch ein Album mit Maxïmo Park Frontmann Paul Smith auf. „Frozen By Sight“ war das Ergebnis, dass die beiden Musiker auch bei ausgewählten Terminen live vorstellten. Nebenher wurden David Brewis und auch sein Bruder Peter jeweils stolze Daddys und Field Music veröffentlichten im letzten Jahr mit „Music for Drifters“ einen Soundtrack zum aller ersten Dokumentarfilm, „Drifters“ von 1929, der zum Record Store Day erschient. Direkt da begannen auch die Arbeiten an ihrem fünften Album „Commontime“. Und da Field Music ein Familienprojekt ist, hört man auf dem Album bei einigen Songs auch Peter’s Ehefrau Jennie Brewis.

Mit „The Noisy Days Are Over“ gab es Ende letzten Jahres bereits den ersten Vorboten. Der blieb auch Prince nicht verborgen und so lobt er die Band in einem seiner Tweets. Der ist leider inzwischen wieder gelöscht. Nicht etwa, weil Prince nicht mehr dazu steht, sondern weil er es immer so tut. Wir können den Kultstar natürlich verstehen, denn auch Field Music sind ein stückweit Kult. Zumindest im britischen Nord-Osten, der verehrt sie nämlich ebenfalls für ihren Sound, der inzwischen seinesgleichen sucht. „Commontime“ bietet all das, was Field Music zu ihrem Markenzeichen gemacht haben. Verflochtene Gesangslinien, meist mit Kopfstimme und mit viel Soul, verwobene Soundteppiche mit funkigen Gitarren, verspielten Keyboards und anspruchsvollen Strukturen.

Dabei schrecken Field Music natürlich auch nicht vor Experimenten zurück und bauen auch mal ein Saxophon in ihre Songs ein. Das Kunststück bei Field Music besteht darin, dass sie es so einbauen, dass dieses furchtbarste aller Instrumente, nicht einmal stört. Neben rhythmisch, leicht jazzigen Momenten, wie dem Opener und schrulligen Uptempo-Nummern, wie „I’m Glad“, haben Field Music sich auch ihrer sensiblen Seite gewidmet. So etwa bei „They Want You To Remember“, das mit Streichern angereichert und seiner anschwellenden Sounddichte ein wenig an Klassiker von The Beatles erinnert, oder beim romantischen „The Morning Is Waiting For You“. Eine kunstvolle Mischung, mit viel Abwechslungsreichtum, die über die gesamten 57 Minuten begeistert und hoffentlich noch zu begeisterten Tweets ähnlicher Persönlichkeiten, wie Prince führt.

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