Rezensionen

Fear Of Men – Loom

Fear Of Men - Loom

Mit rund 155.000 Einwohnern ist Brighton eine der größten Küstenstädte Englands und auch eines der beliebtesten Urlaubsziele der Briten im eigenen Land. Trotz der Lage direkt an der Küste, sind Bands aus der Stadt nicht gerade für einen Sound bekannt, der nach Urlaub und Strand klingt. The Kooks, Blood Red Shoes, Foals oder The Go! Team haben sich jeweils einen Indie- / Rock-Sound angeeignet, der so auch aus London stammen könnte. Einen eigenen Brighton-Sound sucht man also vergeblich, auch wenn Queen der Stadt mit „Brighton-Rock“ dem Namen nach ein eigenes Rock-Genre widmeten. Der Song basierte allerdings auf dem gleichnamigen Roman von Graham Greene, den dieser lange vor dem Aufkommen des Genre Rock geschrieben hat. Was also ist der Brighton-Sound? Gibt es überhaupt so etwas? Beim Quartett Fear Of Men aus Brighton hat man beinahe das Gefühl, es könnte wirklich so etwas wie einen Sound geben, der nach den Assoziationen klingt, die einem zu Brighton einfallen. Die Band spielt einfallsreichen Dream Pop, der sich an Bands wie The Smiths, Camera Obscura, Lush und The Pastels orientiert. Stimmlich erinnert Sängerin Jess Weiss ein wenig an Dolores O’Riordan von The Cranberries, setzt aber ganz Dream-Pop mehr auf die süßlichen Töne.

Das Album klingt dann auch nach verträumten Spaziergängen am Strand. Ein Strand, an dem die Wellen auch einmal stärker schlagen und das Wetter nicht immer besonders schön ist. Eben genau so, wie es in Brighton an den Pier schlägt. „The Waves keep overflowing me“ singen die Briten deshalb in „Tephra“ beinahe beschwörerisch und immer weiter aufbauschend, bis er Song am Ende in tosendem rauschen endet. Die Band wechselt auf „Loom“ zwischen Pop-Hymnen, die nach den rauschenden, legendären Partynächten in Brighton klingen, und melancholischen Songs, die den Morgen danach wiederspiegeln. Häufig sind die süßlichen Popmelodien in verschachtelte, verzerrte Strukturen eingebettet. Das verleiht den Stücken eine extreme Tiefe und macht „Loom“ erst so richtig mitreißend. Dream-Pop, der die Sehnsüchte, Ängste und Nöte einer empfindsamen Seele wieder gibt und sie in zuckersüße Popsongs verpackt.

Fear Of Men auf Deutschland-Tour (als Support von The Pains Of Being Pure At Heart)

18. Juni 2014, Stuttgart, Club Schocken
19. Juni 2014, München, Strom
20. Juni 2014, Berlin, Magnet
21. Juni 2014, Frankfurt, Zoom
22. Juni 2014, Münster, Gleis 22
24. Juni 2014, Hamburg, Knust
25. Juni 2014, Köln, Luxor

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Wir präsentieren: Haux - auf Deutschland-Tour