Rezensionen

Father Sculptor – Faith & Violence (EP)

Father Sculptor - Faith & Violence

Im letzten Herbst begeisterten uns die Schotten von Father Sculptor mit ihrer EP „VI“. Wobei, eigentlich waren wir schon vorher von der EP angetan, es gab sie nur noch nicht. Vielmehr gab es die einzelnen Tracks ab Sommer in einem Rhythmus von zwei Wochen zum Download. Eine nette Geste, die uns den trüben 2012er Sommer ein wenig versüßt hat und uns zu Fans von Father Sculptor machte. Im Herbst veröffentlichte die Band, die bis dahin keine Facebook-Seite besaß, keine Bandbilder bereitstellte und auch sonst nur wenige Informationen zu sich selbst preisgab, dann diese Songs als Debüt-EP. Allenthalben war viel Lob für die jungen Schotten zu lesen, die vom NME als neue Smiths bezeichnet wurden. Auch der deutsche Rolling Stone entdeckte die Band und widmete einem der Downloads einen kleinen Artikel. Mit zunehmendem Erfolg verbreitete sich der Name Father Sculptor nun auch und die Band ließ sich dazu hinreißen etwas mehr zu kommunizieren. Mittlerweile gab es dadurch nicht nur eine Seite bei Facebook, sondern sogar ein Video. Das zeigte aber natürlich auch nicht die Band, aber letztlich kommt es ja nicht auf die Musiker an, sondern auf die Musik und die ist bei Father Sculptor auch auf ihrer nunmehr zweiten EP wirklich gut.

Einen Unterschied zu „VI“ stellt man aber direkt fest. Die Schotten sind zwar vom Sound her immer noch ziemlich klar in den 80ern anzusiedeln, die Referenzen zu The Smiths haben sie aber auf ein Minimum zurückgefahren. Das hört man schon an „Basilica“, ein luftiger Song mit ausufernden Gitarren, hallendem Schlagzeug und der tiefschürfenden Stimme von Thomas David, der sich wunderbar ergriffen durch den Song singt. So viel Leidenschaft täte einigen anderen jungen Bands, die sich den 80er Jahre Sound auf die Fahnen geschrieben haben auch gut. Bei „Sault“ setzt die Band auf percussive Elemente im Stil von Alphaville jedoch ohne daraus eine schreckliche „Big In Japan“ Klebemasse zu erzeugen. Vielmehr erschafft die Band eine packende Mid-Tempo-Nummer, bei der Thomas David in den Refrains wunderbar knödelt. Den Vergleich zu einem gewissen Sänger von The Smiths, der das ähnlich gut drauf hat, sparen wir uns jetzt. Auch die restlichen Songs auf „Faith & Violence“ gestalten sich packend und abwechslunsgreich. Father Sculptor verstehen es trotz junger Jahre fesselnde, atmosphärische Popsongs zu schreiben, die gerade wegen der gelungenen Gesangsleistung so begeistern.


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