Rezensionen

Fantasy Rainbow – „No Hope. Not Ever“

Fantasy Rainbow - No Hope, Not Ever

Derzeit scheint es so, als würde eine Welle aus der Popmusik nun auch in den Indie-Bereich rüberschwappen. Nämlich die, dass Musiker in immer jüngerem Alter ins Rampenlicht treten. So haben manche Teeniegören schon eine Fernsehshow und feiern mit ihren vom Disney Channel produzierten Platten Welterfolge, oder werden von Usher entdeckt und machen einen komischen Pottschnitt zu ihrem Markenzeichen. Im Indie-Bereich gibt es da etwa den Amerikaner Nigel Wright, der bereits 2010 im zarten Alter von 16 Jahren sein Debüt „Millfoil“ veröffentlichte, mit dessen Rerelease er jetzt als neue Songwriter-Hoffnung gefeiert wird.

Dieses und die genannten Beispiele aus dem Popbereich zeigen, dass die Öffentlichkeit bei jungen Musikern gern dazu neigt, die Erwartungen zu übersteigern und Künstler mehr als nur über den grünen Klee zu loben. So ist Nigel Wright zum Beispiel ein passabler Songwriter aber eben auch einer, der noch einige Zeit braucht um sein Potential wirklich auszuschöpfen und in große Songwriter-Kunst zu wandeln.

Mit dem in Manchester ansässigen Oliver Catt tritt nun das nächste Teenie-Wunder in den Fokus der Indie-Szene. Catt ist gerade einmal 18 Jahre alt und veröffentlicht jetzt mit seinem Projekt Fantasy Rainbow die EP „No Hope. Not Ever“. Ein Titel, der bereits die typische Zukunftsangst zeigt, die man in Teenager-Jahren noch so herrlich ausleben darf.

Auch die Instrumentierung des jungen Briten hat diesen wunderbaren Teenager-Slackercharme. Um eine schrammelige, gemächlich vor sich hintrottende Gitarre baut Catt seine Songs auf. Dazu singt er mit leicht gelangweilter Stimme. Das ergibt Songs irgendwo in der Nähe von Wavves und Weezer mit einer großen Portion Dream-Pop.

Wir werden jetzt hier nicht die nächste Indie-Rock-Sensation aufrufen, denn dafür fehlt den durchaus nett groovenden Stücken von Fantasy Rainbow stellenweise noch ein wenig die Reife. Mit dem Titel-Track „No Hope. Not Ever“ hat er allerdings bereits ein Stück geschaffen, dass trotz knapp acht Minuten Länge nie langweilig wird, wunderbare Dream-Pop-Unterhaltung bietet und Fantasy Rainbow durchaus zu einem Namen werden lässt, den man im Blickfeld behalten sollte.


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